Wilhelma - zoologisch-botanischer Garten in Stuttgart
Die Wilhelma ist der zoologisch-botanische Garten in Stuttgart. Sie verfügt über eine recht ansehnliche Sammlung von Papageien und Sittichen. Die Papageien werden in kombinierten Innen- und Außenvolieren gehalten. Die Anlage und die Papageienhaltung kann in meinen Augen als 'sehr gut' bezeichnet werden. Wir besuchen die Wilhelma recht häufig, da sie eine sehr schöne Parkanlage besitzt. Insofern sind wir natürlich auch bemüht, die Daten über die Papageienhaltung in der Wilhelma möglichst aktuell zu halten.
![]() Hier befindet sich die Papageienanlage der Wilhelma |
![]() Voliere der Kakas |
In regelmäßigen Abständen findet in der Wilhelma eine Führung zum Thema "Papageien in der Wilhelma" statt. Diese ist zu empfehlen, gibt sie doch einige zusätzliche Informationen zur Papageienhaltung in der Wilhelma. Überraschend war für uns die Tatsache, dass es sich bei den meisten Papageienpaaren in der Wilhelma um recht alte Vögel (ca. 30-50 Jahre) handelt.
In der Wilhelma hat der Besucher die Möglichkeit, durch das Gitter hindurch recht schöne Fotos von den Papageien zu knipsen. Der Nachteil liegt allerdings auch ganz klar auf der Hand: Viele Besucher versuchen, die Papageien mit unangebrachtem Essen zu füttern. Dies kann dann leider zum Tod der Vögel führen. So verlor die Wilhelma beispielsweise vor einiger Zeit fünf Keas, die mit giftigem Buxbaum gefüttert wurden. Hier ist ob des ignoranten Verhaltens mancher Besucher wirklich der Kopf zu schütteln! Gleichzeitig sollte zum Wohl der Papageien auf eine Umpflanzung der Voliere mit toxischen Pflanzen verzichtet werden: Schnell greift der Besucher in die Buxhecke und hält dem Vogel das Pflanzenteil zum Spielen durchs Gitter. Eine doppelte Verkleidung der Voliere, zumindest im unteren Drittel, würde es zwar dem Besucher erschweren, auf die Schnelle schöne Bilder zu knipsen - für die Vögel jedoch wäre es in meinen Augen ein wirklicher Schutz.
Aber was will man vom Zoobesucher erwarten? Das neu eröffnete Krokodilhaus weist auf großen Schildern daraufhin, dass Münzen nicht ins Krokodilbecken gehören - dennoch waren nur wenige Tage nach der Eröffnung des Hauses die ersten Münzen im Wasser. Was soll man dazu sagen? Yann Martel schreibt dazu in seinem Roman "Schiffbruch mit Tiger" (Yann Martel: Schiffbruch mit Tiger. Fischer 2003):
- "Wir Zooleute sagen gerne: Das gefährlichste Tier im Zoo ist der Mensch. Allgemein gesprochen meinen wir damit, dass die Unersättlichkeit des Raubtiers Mensch den ganzen Planeten zu seiner Beute gemacht hat. Im spezielleren Sinne denken wir dabei an jene, die den Ottern Angelhaken zu fressen hinwerfen, den Bären Rasierklingen, den Elefanten Äpfel, in die sie Nägel gesteckt haben, überhaupt Gegenstände aller Art: Kugelschreiber, Büroklammern, Sicherheitsnadeln, Gummiringe, Kämme, Teelöffel, Hufeisen, Glasscherben, Ringe, Broschen und anderen Schmuck (...), Strohhalme, Plastikbesteck, Tennisbälle, Federbälle und so weiter" (a.a.O., S. 48).
- "Die meisten Sorgen machten uns Leute, die die Tiere fütterten. Auch wenn wir noch so auf der Hut waren, konnte Dr. Atal, unser Tierarzt, immer schon aus der Zahl der Fälle mit Verdauungsstörungen schließen, welches die gut besuchten Tage im Zoo gewesen waren (S. 49f).


