Loro Parque - Papageienhaltung 2004

Kakadu-Volieren

Im Loro Parque selbst werden laut Loro Parque-Führer derzeit 340 Papageienarten (ggf. mit entsprechenden Unterarten) ausgestellt. Die Papageien selbst gehören dabei der Loro Parque Fundación. Im Loro Parque leben die Papageien, Sittiche und Loris paarweise in großzügigen Volieren. Die Volieren selbst sind ausgestattet mit Seilen, Naturästen, Schaukeln, Zapfen, Mineralstein und Nistkästen. Die Parkbepflanzung bietet einen guten Sicht- und Sonnenschutz für die Papageien. Die Pflanzen, die durch das Gitter in die Volieren wachsen, werden von den Papageien gerne benagt. Bei den meisten Volieren wird durch Hecken und Sträucher verhindert, dass die Besucher problemlos ans Gitter gelangen. Die Volieren der Papageien und Sittiche sind dabei nach Kontinenten / Arten angeordnet, beispielsweise afrikanische Papageien, Kakadus, Loris. Unten ist beispielsweise die Voliere der Mohrenkopfpapageien zu sehen. In diesem Teil des Loro Parque sind fast alle Poicephalus-Arten ausgestellt: Mohrenkopfpapagei, Rüppells-Papagei, Kapp-Papagei, Rotbauchpapagei, Grüner Kongo, Braunkopfpapagei, Goldbugpapagei. Die Poicephalus-Arten werden dabei nur in jeweils einer Unterart präsentiert. Des Weiteren sind bei den afrikanischen Papageien Kongo- und Timneh-Graupapageien und Großer und Kleiner Vasapapagei ausgestellt. In der Nähe werden zudem viele Agapornidenarten präsentiert.

Voliere: Mohrenkopfpapagei Voliere: Mohrenkopfpapagei Voliere: Mohrenkopfpapagei

Die Gitter der einzelnen Volieren werden täglich abgespritzt und gereinigt. Der Bodenbelag wird ebenfalls täglich gereinigt und ausgerecht. Der Bodenbelag selbst besteht aus Material vulkanischen Ursprungs: Er saugt sich bei den Reinigungsarbeiten am Gitter mit Wasser voll und erhöht so die Luftfeuchtigkeit. Ein Teil der Volieren ist zusätzlich mit einer Besprenkelungsanlage ausgestattet. Lediglich die Lorianlage ist aufgrund des flüssigen Lori-Kots anders aufgebaut: Hier werden die Volieren durch Trennwände voneinander abgegrenzt. Die Futter- und Nistmöglichkeit ist durch eine künstliche Felswand im hinteren Teil der Volieren gegeben. Auf der rechten Seite ist ein Paar Blaukäppchen in einem Hibiskusstrauch zu sehen. Der Bewuchs in den Volieren dient den Loris zum Benagen, als Spielzeug und zur Mineral- und Vitaminaufnahme.

Lori-Volieren Blaukäppchen

Interessant ist darüber hinaus auch die Futterküche der Papageien: Diese wird täglich neu dekoriert und zeigt die abwechslungsreiche Kost der Vögel. Laut Prospekt werden den Papageien täglich 130 kg Körner und 200 kg frisches Obst und Gemüse verfüttert. Abgebildet ist hier auch ein Blech mit dem Futterkuchen, der im Loro Parque selbst hergestellt wird. Als Zutaten werden hier neben verschiedenen Mehlsorten auch Rinderhack und Möhren verwendet (vgl. Künne, S.96)

Blick in die Futterküche Blick in die Futterküche Blick in die Futterküche

SchautafelBesonders erwähnenswert sind m.E. die Schautafeln, auf denen die jeweilige Papageienart abgebildet und erklärt ist. Ausgerichtet auf ein mehrsprachiges Publikum sind diese sowohl von Kindern als auch von Erwachsenen gut zu verstehen und bieten zudem interessante Informationen. Die Tafeln bieten Informationen zu:


Borstenkopfpapageien und Keas sind ebenfalls im Loro Parque untergebracht. Beide Volieren sind sehr großzügig und liebevoll angelegt. In der Keavoliere trieben ca. 10-15 Keas ihr Unwesen: Ein kleiner Wasserfall bot ebenso Anlass zum Spielen wie der gemeinsame Futtertisch und der angelegte Teich.

Voliere Borstenkopf Voliere Keas

Im Loro Parque ist der Klinikbereich für Papageien und Sittiche von Park und Aufzuchtstation untergebracht (2004). In der Babystation werden Papageienküken von Hand aufgezogen: Ich gehe in einem separaten Bericht ausführlich auf unsere Beobachtungen in Babystation und Kindergarten ein. Auf die Loroshow, in der Papageien die Hauptakteure darstellen, berichte ich kurz im allgemeinen Teil über den Loro Parque. Abschließend möchte ich festhalten, dass mir die Papageienhaltung im Park sehr gut gefallen hat. Hier wird Papageienhaltung auf höchstem Niveau betrieben, was Haltung, Hygiene, Ernährung, Beschäftigung etc. angeht. Klar ist auch, dass die vielen Besucher für die Vögel durchaus eine Belastung darstellen werden: Dennoch sind die Volieren in meinen Augen so angelegt, dass die Papageien sich hier zurückziehen können.

Reisetipps zum Besuch des Loro Parque

Wir selbst entschlossen uns, vor unserem Aufenthalt auf Teneriffa Mitglied der Loro Parque Stiftung zu werden. Die Mitgliedschaft kostet für einen Erwachsenen jährlich 90 €, für Kinder 45 € (Stand: 2004). Sie ermöglicht freien Eintritt in den Loro Parque und darüber hinaus einen Besuch in der Zuchtstation der Loro Parque Fundación. Hat man also großes Interesse an Papageien und Sittichen und beabsichtigt mehrere Besuche des Loro Parque, ist eine Mitgliedschaft auf jeden Fall zu empfehlen. Der Einzeleintritt in den Park selbst liegt bei 22 € für einen Erwachsenen (Stand: 2004). Neben diesen rein finanziellen Aspekten, leistet man mit der Mitgliedschaft auf jeden Fall einen sinnvollen Beitrag zum Umwelt- und Papageienschutz. Wir selbst werden wohl in den nächsten Jahren nicht mehr nach Teneriffa fliegen - dennoch werden wir auch zukünftig Mitglieder bleiben, da uns die Arbeit und das Engagement der Stiftung auf jeden Fall überzeugt hat. Generell empfehlen wir, den Loro Parque ab Oktober / November zu besuchen: Zu dieser Jahreszeit ist es touristenmäßig nicht wirklich voll. Zudem ist ein Besuch der Aufzuchtstation nur in dem Zeitraum von Oktober bis März (ohne Gewähr) möglich: Hier sind Terminabsprachen vor Ort notwendig. Ebenfalls ab Oktober sind die Königs-, Esels- und Felsenpinguine gut zu sehen und zu beobachten: In diesen Monaten wird es bei ihnen hell, da der arktische Frühling beginnt. Wir selbst haben die Erfahrung gemacht, dass der Park von Freitag bis Sonntag recht leer war. Große Reisebusse lieferten ihre Besucher meist an den Tagen Montag bis Donnerstag ab: An diesen Wochentagen war der Park sehr gut besucht. Ab 16 Uhr reduzierte sich die Besucheranzahl deutlich, da die großen Reisebusse sich um diese Uhrzeit auf den Heimweg machten. Um den Loro Parque wirklich genau kennen zu lernen, empfehlen sich auf jeden Fall 3-4 Parkbesuche. Er ist äußerst sehenswert! Für Papageienliebhaber seien noch die Hotels oberhalb des Parque Taoro genannt: Hier konnten wir freifliegende Sittiche, Amazonen und einen Mohrenkopfpapagei beobachten. Viel Spaß im Loro Parque!!!

Babystation für Papageien