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Geruch unserer Papageien

Über den Geruch der Vögel ist bisher in der Literatur meines Wissens nach wenig geschrieben worden. Ich möchte deshalb an dieser Stelle ausführlich darauf eingehen. Grundlage ist dabei das folgende Buch: Sonnenschmidt, Rosina; Wagner, Marion: Vögel. Akupunktur- Homöopathie - Bach-Blütentherapie - Kinesiologie. Ulmer, 1996. Eine ausführlich Buchkritik könnt ihr unter den Buchrezensionen nachlesen!

Sonnenschmidt/Wagner empfehlen dem Vogelhalter seine Wahrnehmungsfähigkeit in Bezug auf seine Vögel zu schärfen. Hierunter fallen laut Aussagen der Autorinnen auch Übungen zur Geruchswahrnehmung. Jeder Vogel verströme seinen typischen Duft, was nicht allein durch den Kot zustande komme, sondern auch durch die Haut des Vogels, welche Duftmoleküle abgebe. "Amazonas-Papageien verströmen oft einen intensiven honigartigen Geruch, tropische Singvögel einen scharf-salzigen, Beos einen süß-sauren, große Papageienvögel einen rauchigen Duft." (a.a.O., S.146). Bei der Geruchswahrnehmung nennen die Autorinnen ein zweistufiges Vorgehen:

  • Wie riecht der Vogel? Die Übung lautet also, den Vogel bewusst zu 'erriechen'. Bei Ali nehmen wir ab und zu einen süßen, honigartigen Geruch wahr. Bei Mogli habe ich bisher noch keinen besonderen Geruch wahrgenommen; außer er füttert sein Weibchen, dann riecht es eben nach hervor gewürgtem Futter.
  • Riecht der Vogel heute anders? Erste Anzeichen einer Disharmonie lassen sich laut Sonnenschmidt/Wagner am Geruch erkennen... Dies sind dann m.E. Übungen für Fortgeschrittene.

Vögel können unterschiedlich riechen. Die Autorinnen nennen folgende Geruchsrichtungen und beschreiben die dazugehörige Befindlichkeit des Tieres. Grundsätzlich sollte man die Übung zur Geruchswahrnehmung als Möglichkeit sehen, sich dem Vogel zu nähern und ihn und sein Verhalten besser zu verstehen. Eine Interpretation, wie der Vogel sich fühlt, sollte erst später (wenn überhaupt) anschließen!!! Insgesamt lassen die einzelnen "Geruchstypen" einen großen Interpretationsspielraum zu und sind dementsprechend nicht als eindeutiges, diagnostisches Mittel einzusetzen.....

Geruch - Mögliche Interpretation des Geruchs nach Sonnenschmidt/Wagner

  • ranziger Geruch, Geruch nach Harn und Kot
    Leber-Stoffwechselstörung
  • verbrannter oder versengter Geruch
    bei lebhaften Vögeln: Zeichen gesunder Energie
    ist der Geruch zu intensiv, weist er auf zuviel Energie im Dünndarm, Herz, Kreislauf hin
  • guter, süßer, ekelhaft süßer Geruch, Geruch wie Leiche
    gesündestes Zeichen - dem Vogel geht es gut
  • Geruch wie Komposthaufen, Geruch wie saure Erde
    weist auf Erkrankungen der Lunge und des Dickdarms hin
  • fauliger Geruch, scharfer Geruch, nach altem Urin
    weist auf Störungen im Bereich Niere und Blase hin
    "Der scharfe Geruch ist oft ein natürliches Zeichen vitaler, kreativer und intelligenter Vögel und kein Grund zur Besorgnis." (a.a.O., S. 148)
    Problematisch wird es erst, wenn der faulige Geruch hinzu kommt.
  • leichter, scharfer Acetongeruch
    Zeichen des bevorstehenden Todes: Der Stoffwechsel ist zusammengebrochen, die Gifte können nicht mehr auf natürliche Weise ausgeschieden werden.