Streifis sind Einzelgänger!

Was uns hier ganz wichtig ist: Wir möchten deutlich machen, dass Streifenhörnchen Einzelgänger sind. In Käfigen oder Volieren in Wohnungshaltung ist es NICHT möglich, Hörnchen paarweise zusammenzuhalten. Wir wollen hier unsere Fehler darstellen:

Hier erfahrt ihr etwas über

Die Grundlage unserer ersten Fehlentscheidung

Otto von Frisch: StreifenhörnchenWeil wir es damals (Frühjahr 2000) nicht besser wussten, gingen wir davon aus, dass zwei Hörnchen zusammen mehr Unterhaltung haben als ein einzeln gehaltenes. Auch der Streifenhörnchen-Ratgeber von GU (2000) äußerste sich hierzu nicht eindeutig: 
Otto von Frisch meint auf Seite 6f:  "Nicht ganz einfach zu beantworten ist die Frage, ob Sie ein einzelnes Hörnchen anschaffen sollen oder zwei." Bei Anfänger empfiehlt von Frisch aus zwei Gründen ein Einzeltier: Erstens erlernt man hiermit leichter den Umgang mit dieser Tierart. Zweitens würde ein Einzeltier schneller zahm werden. Entscheidet man sich für zwei Tiere, sollte es sich bei diesen laut von Frisch auf jeden Fall um Jungtiere handeln. Zudem sollte der Käfig ausreichend groß sein. Frisch meint weiterhin, dass Streifenhörnchen revierverteidigend sind und nicht in festen Kolonien wohnen. S.6f: "Ich muss deshalb schon ganz deutlich sagen, dass paarweise Haltung oder Gruppenhaltung in den meisten Fällen früher oder später zu Auseinandersetzungen (Revierkämpfen) zwischen den Tieren führt. [...] Immerhin gelingt es bisweilen doch, dass zwei Hörnchen in Frieden miteinander leben, verträgliche Individuen gibt es auch unter ihnen." Da wir damals noch kein Internet hatten und aus den genannten Zeilen das herauslesen wollten, was uns wichtig war, entschieden wir uns damals, Alice und ein anderes Weibchen zeitgleich in einer Zoohandlung zu erwerben. Bei beiden Tieren handelte es sich sicher um Jungtiere.

Ein recht gutes Buch über Streifenhörnchen ist übrigens folgendes: Mettler, Michael: Alles über Streifenhörnchen. Falken: 1991. Hier sind auch tolle Bauanleitungen für Streifenhörnchengehege enthalten.

Drama 1 - Alice und Lucy

Käfig für Lucy und AliceDie zwei Jungtiere waren eindeutig vom Tierarzt als weibliche Tiere geschlechtsbestimmt. Wir tauften sie Lucy und Alice. Als Behausung boten wir ihnen einen Ferplast-Käfig mit den Maßen 69*59*135 cm (reine Nutzhöhe) an. Laut Beschreibung des Herstellers sollte dieser Käfig für bis zu vier Hörnchen geeignet sein. Selig sind die Dummen - in diesem Fall wir, da wir dies noch glaubten und uns innerlich lobten, dass wir den Käfig für nur zwei Hörnchen verwendeten...

Die ersten 6 Wochen waren absolut super. Lucy und Alice spielten zusammen, teilten Futter und Hütte: Goldig! Bis eines Tages - natürlich war es ein Sonntag! - das Drama losging. Beide Tiere verkeilten sich ineinander, jagten sich und fügten sich gegenseitig Bisswunden zu.
Wir waren entsetzt. Zudem hatten wir keinen geeigneten Ersatzkäfig, um die Tiere zu trennen. Auch im Wohnzimmer ließen die Hetzjagden und die Raufereien zwischen Lucy und Alice nicht nach.
Schlussendlich kauften wir bei Ikea (ein Glück, dass Ikea verkaufsoffenen Sonntag hatte...) eine große Kiste aus Rattan, kleideten diese mit Drahtgeflecht aus und setzten oben zwei kleine Vogelbauer fest auf. Ein relativ großer, wenn auch hässlicher Käfig war gegen Mitternacht desselben Tages bezugfertig.

Lucy und Alice Lucy Übergangskäfig für Lucy

Lucy sollte übergangsweise, bis wir zu einer angemessenen Entscheidung gekommen wären, in diesem wohnen. Alice durfte in dem Ferplast-Käfig bleiben.
Im Laufe einer Woche hatten wir eine sehr tierliebe Familie gefunden, die uns Lucy abnahm. Für Lucy wurde dort in einer Hau-Ruck-Aktion eine sehr große Innenvoliere gebaut. Man kann also sagen: Lucy hat es wirklich gut getroffen...

Drama 2 - Alice und Harry

HarryFür dieses zweite Drama (Trauerspiel wäre hier das richtige Wort!) gibt es keine Grundlage mehr, lediglich unsere Dummheit kann dafür verantwortlich gemacht werden. Als Alice ein Jahr alt war, waren wir wieder in der Zoohandlung und sieh an, sie hatten junge Hörnchen. Ach wie süß... Schnell entschlossen wir uns, diesmal ein männliches Tier zu nehmen, denn vielleicht lagen die Raufereien zwischen Lucy und Alice ja nur im Geschlecht begründet?! Im Gegensatz zum Drama I kauften wir dieses mal allerdings einen zweiten Ferplast-Käfig mit genau denselben Maßen, wie der von Alice. Hier sollte Harry wohnen!!! Als der Käfig eingerichtet war, holten wir den männlichen Harry aus der Zoohandlung. Klar, Beißereien im Käfig waren ja aufgrund der räumlichen Trennung von Alice und Harry nicht möglich. Aber leider konnte man die beiden Hörnchen nicht gemeinsam ins Wohnzimmer lassen. Hier begannen die Hetzjagden: Alice jagte Harry, bis der sich schließlich außer Atem und zitternd hinter einem Blumentopf versteckte. Aber auch getrennter Freilauf war schwierig, denn wechselseitig hing entweder Harry am Gitter von Alice oder Alice an dem von Harry. Immer wurde Harry dabei in die Füße gezwickt. Wir verkleideten deshalb für die Zeit des getrennten Freilaufs den Käfig des jeweils inhaftierten Hörnchens mit Plexiglas, so dass Raufereien am Käfiggitter auf diese Weise umgangen wurden.

zwei Käfig Gitterkämpfe Harry schläft

Harry gaben wir nach 1,5 Jahren an andere Hörnchenliebhaber ab, da wir u.a. durch den getrennten Freilauf keinem der Hörnchen mehr gerecht wurden. Wer weiteres über Harry lesen möchte, kann dies hier tun.