Tagesablauf unserer Mohrenkopfpapageien
Schlafen
Das Schlafen/Ruhen hat einen großen Stellenwert im Leben unserer Mohren. Immer wieder strecken beide Vögel tagsüber ihren Kopf ins Gefieder und sind dann eine zeitlang sehr ruhig. Gegen Mittag und am Nachmittag sind beispielsweise solche Ruhephasen angesagt, in denen die Vögel kein Geräusch von sich geben. Vor und nach diesen Ruhephasen findet meist ein ausgiebiges Putzen des Gefieders, sowohl des eigenen als auch des fremden, statt. Gerne wird im Schlafhaus geruht. Logisch, dass hier nur ein Mohr hineinpasst... Das Schlafhäuschen ist selbst gemacht. Benutzt wird es nur von Ali, dem Weibchen. Wenn wir unsere Voliere vergrößert haben (1. Halbjahr 2005), wird auch Mogli sein eigenes Schlafhäuschen bekommen.
Gegen 20 Uhr gehen beide Vögel in den Käfig und suchen sich ihren Schlafplatz aus. Die ersten 3-4 Monate, als Ali und Mogli zusammen waren, schliefen beide Vögel immer ganz eng nebeneinander. Dann gab es immer häufiger Streit, wer auf welcher Seite schlafen darf. Schließlich entschieden sich beide Tiere für eine eigene Schlafstelle. Dennoch wird genauestens darüber gewacht, ob der Partner auch an seinem Schlafplatz sitzt. Und wehe nicht - dann gibt es Ärger und er wird schleunigst an seinen Platz gejagt... Haben beide Mohren erst mal ihren Platz gefunden, schlafen sie bis ca. 6-7 Uhr morgens, wobei dies natürlich abhängig ist von der Helligkeit. Wir decken mittlerweile sommers wie winters die Voliere ab: Dazu haben wir gelbe Baumwollstoffe so abgenäht, dass sie auf Vorhangschienen gezogen werden können. Mit diesen wird die Voliere dann abgehängt. Das Abhängen der Voliere ist m.E. aus zwei Gründen wichtig: Zum einen wird der Schlaf der Vögel geschützt: Sie werden von Licht oder Bewegung nicht mehr unmittelbar gestört. Im Sommer wird die Voliere auch deshalb zugehängt, da die Vögel sonst bereits gegen 5.30 Uhr beginnen, sich recht lautstark über den neuen Tag zu freuen.
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Futtern
Morgens, meist zwischen 6-7 Uhr, erhalten unsere Vögel frisches Futter. Dabei bekommen sie jeden Morgen einen großen Teller mit Obst und Gemüse und einen Napf mit Körnerfutter. Tagsüber legen die Vögel immer Futterpausen ein, in denen mal das eine Obst oder das andere präferiert wird. Besonders beliebt sind natürlich solche Tage, an denen es Koch- oder Keimfutter gibt. Wir reichen dieses Futter jedoch maximal einmal wöchentlich, da es sehr eiweißreich und sehr nahrhaft ist.
Abends (gegen 18 Uhr) bekommen unsere Mohren nochmals zwei Näpfe mit frischem Futter. Ebenso erhalten sie abends eine kleine Menge Obst, meist am Fruchtspieß. Tatsächlich sind die Vögel große Gewöhnungstiere, die abends regelrecht auf ihr Futter warten.
Wir reichen dabei täglich ca. 2-3 Esslöffel Körnerfutter für beide Tiere zusammen, was in unseren Augen absolut ausreichend ist. Gerade Vögel, die im Wohnbereich leben, haben häufig nicht genug Möglichkeiten, ihre Energien abzubauen und verfetten bei zuviel und zu reichhaltigem Nahrungsangebot. Reicht man beispielsweise zuviel Körnerfutter, suchen sich die Vögel zudem lediglich die Körner aus, die ihnen besonders gut schmecken. Meist sind dies fettreiche Saaten. Obst dagegen kann in beliebiger Menge angeboten werden.
Baden
Generell sollten die Vögel ständig die Möglichkeit haben, zu baden, da dies für ihr Federkleid sehr wichtig ist. Jeder Vogel hat dabei seine Eigenheiten, was das Baden angeht. Ali beispielsweise badet liebend gerne im Badenapf. Sie hat dabei keine festen Badezeiten. Mogli hat noch nie gebadet. Er zieht das Abduschen mit der Blumenspritze vor. Dieses Duschen findet meist während des Freiflugs auf dem Kletterbaum statt oder im Sommer bei gutem Wetter im Balkonkäfig.
Wir konnten dabei beobachten, dass Ali meist äußerst aggressiv auf Mogli reagiert, wenn dieser abgeduscht wird bzw. nasse Federn hat. Woran dies liegt, konnten wir bisher noch nicht mit Sicherheit klären. Reagiert sie eifersüchtig auf die Zuwendung, die Mogli beim Duschen erhält? Manches scheint dafür zu sprechen, denn mittlerweile kann es sein, dass auch Ali sich mit der Blumenspritze abduschen lässt, obwohl es für sie sichtlich kein Vergnügen darstellt.
Beschäftigung
Hierunter fällt meines Erachtens sowohl die Beschäftigung mit den angebotenen Dingen, als auch die Beschäftigung mit dem Vogelpartner. Hier wird auch klar, warum es wichtig ist, Vögel paarweise zu halten. Mogli und Ali beschäftigen sich sehr ausgiebig miteinander: Da wird versucht, dem anderen das Obststück wegzunehmen. Da wird geschaut, was der andere Vogel gerade macht und natürlich sofort mitgemischt, wenn es gefällt oder missfällt. Man streitet sich und kämpft, aus welchen Gründen auch immer. Im nächsten Moment wird innigst gekrault und sich gegenseitig gefüttert. Lustig ist dabei, wenn Ali versucht, auf den Rücken ihres Partners zu stehen. Eine wackelige Angelegenheit... Grundsätzlich kann gesagt werden, dass Mogli und Ali eigentlich immer versuchen, alles gemeinsam zu machen. Fliegt der eine Vogel zum Kletterbaum, ist auch der andere nicht weit. Alleine ins Arbeitszimmer fliegen? Ein Unding - vorher wird lautstark gerufen, so dass auch der andere Vogel weiß: Jetzt wird geflogen. Wichtig sind natürlich auch die angebotenen Beschäftigungsmöglichkeiten, wie Äste und Spielzeug. Hieran arbeiten die Vögel dann, wenn sie Lust haben, stundenlang. Die Äste werden benagt und die Rinde wird abgezogen. Das Spielzeug wird natürlich ebenso einer Schnabelprobe unterzogen. Dabei ist es wichtig, die Spielsachen und die Äste regelmäßig auszutauschen, um einen neuen Anreiz zu schaffen, sich damit zu beschäftigen. Seit neuestem sind Kalk- und Jodsteine bei unseren Mohren sehr beliebt. Hier wird genagt und geschreddert, dass es eine Freude ist.
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Freiflug
Die Vögel bekommen ab 17 Uhr die Möglichkeit, sich außerhalb des Käfigs aufzuhalten. Einen großen Teil ihrer Zeit verbringen sie dabei auf dem Kletterbaum.
Sie bauen aber auch Energien ab, indem sie zwischen Wohn- und Arbeitszimmer hin- und herfliegen. Hier haben wir ein Pflichtprogramm kreiert: Die beiden Mohren müssen täglich 30 Runden zwischen Wohn- und Arbeitszimmer hin- und herfliegen. Dies entspricht einer Wegstrecke von ca. 900 Metern.
Zwischen den einzelnen Runden dürfen die beiden kurz verschnaufen. Da Mogli ungefähr ab der 20. Runde Atemprobleme bekommt, darf Ali immer noch eine Ehrenrunde dazwischen drehen, so dass sie am Ende ca. 40 Runden absolviert hat. Für 30 Flugrunden benötigen die Tiere inklusiv aller Verschnauf-, Ablenk- und Verweigerungszeit ca. 10-15 Minuten.
Der Freiflug findet bei uns nie unbeaufsichtigt statt! Gegen 20 Uhr werden die Vögel müde und lassen sich mehr oder weniger freiwillig in den Käfig setzen.





