Mogli und Ali

Mogli

Mogli bei der Züchterin

MogliIm März 2002 kam Mogli zu uns. Er wurde von einer Ulmer Züchterin zusammen mit seinen 2 Geschwistern ab der 6. Woche von Hand aufgezogen. Mogli ist ein orangebäuchiger Mohrenkopfpapagei (poicephalus senegalus versteri). Er und seine Geschwister wurden per DNA-Analyse geschlechtsbestimmt. Es stellte sich heraus, dass es sich um drei männliche Tiere handelt. Auf dem oberen Foto waren wir zu Besuch bei der Züchterin: Wir sollten uns für einen der drei Knöpfe entscheiden. Keine leichte Wahl. Aber dieser hier sollte es sein... Mogli wurde mit 11 Wochen abgegeben. Bei der Züchterin nahm er Körner und Obst selbständig auf. Er war hier in einem für ihn vertrauten Kreis futterfest. Die ersten Tage machte uns der kleine Racker jedoch großen Kummer: Er schrie ununterbrochen, aß nicht mehr selbständig und versetzte uns so in Angst und Schrecken. Wir fütterten ihn deshalb in der ersten Woche dreimal am Tag mit Papageien-Babybrei vom Löffel. Langsam fühlte sich Mogli sichtlich wohl. Er freute sich, wenn er uns sah. Vor allem freute er sich, wenn es mal wieder Brei-Zeit war...
Natürlich machten auch wir uns Gedanken, warum der kleine Kerl von jetzt auf gleich das selbständige Essen aufgab... Die neue Umgebung, die Trennung von der Züchterin und das Fehlen der Geschwister verängstigten Mogli wahrscheinlich so, dass er nicht mehr selbständig aß. Hier wird deutlich, wie sensibel die Tierchen sind. Wir begaben uns recht zügig nach Moglis Einzug auf die Suche nach einem jungen Mohrenkopf-Weibchen. Mogli sollte so schnell wie möglich einen Vogelpartner haben, um sich nicht zu sehr auf uns Menschen zu fixieren. Recht schnell wurden wir fündig, und so konnte Mogli nach knapp einem Monat ein passendes Weibchen kennenlernen.

Ali

Ali - FütterungWir holten Ali Mitte April 2002 bei den Züchtern ab. Ali war zum damaligen Zeitpunkt knapp 8 Wochen alt. Dies war in unseren Augen viel zu jung; aber die Geschwistertiere (3 Männchen) waren schon eine Woche vorher abgeholt worden. Angeblich waren alle Vögel futterfest... Da wir die Eingewöhnungsschwierigkeiten von Mogli noch zu gut im Kopf hatten, hatten wir gleich Papageien-Babybrei, Fruchtmus und Spritzen gekauft, um bei Ali für alle Fälle gewappnet zu sein. Das war auch bitter notwendig!!! Ali war extrem dünn (knapp 100 g)... Der Schnabel war zudem noch nicht ganz ausgefärbt. Das Gefieder, v.a. im Kopfbereich war sehr dünn. Hier wird deutlich: Papageienkauf ist Vertrauenssache, wie überhaupt jeglicher Tierkauf. Wir hatten zwar die Züchter besucht, bevor wir uns für einen Vogel bei ihnen entschieden. Die Anlage war super, hell, großzügig; die Züchter waren sehr nett und kompetent. Und obwohl alles gestimmt hat, waren wir mit Alis Erscheinungsbild und dem frühen Abgabedatum in keinster Weise zufrieden. Während wir Mogli in den ersten Tagen nach seinem Einzug mit dem Löffel gefüttert hatten, zogen wir bei Ali die Fütterung mit der Spritze vor, da sie sehr nervös war und nur äußerst wenig Futter zu sich nahm. Meist schlief Ali nach einer Fütterung mit der Spritze gleich ein, und Mogli holte sich den restlichen Brei... Nach einigen Wochen sah Ali wesentlich besser aus und erreichte ein konstantes Gewicht von 130 g. Sie ist damit ca. 30 g leichter als Mogli (160g) - dies ist aber absolut in Ordnung, da sie auch wesentlich kleiner als Mogli ist, was daran liegen mag, dass sie ein Weibchen ist und/oder ein gelbbäuchiger Mohrenkopfpapagei (poicephalus senegalus senegalus).  Im Mai 2006 bringt Ali ein Gewicht von 145 g auf die Waage, ohne jedoch dick zu sein. Sie ist ein sehr aktives Tier, das viel fliegt. Was uns schon in diesen ersten Wochen bei Ali auffiel, war ihr Geruch: Sie strömt, wenn man nur nah genug an ihrem Kopf riecht, an manchen Tagen einen honigsüßen Geruch aus. Aus Gesprächen mit anderen Papageienhaltern und auch aus der Lektüre anderer Papageien-Pages stellen wir die Vermutung auf, dass dieser milde Geruch ein Zeichen mancher Papageienarten ist (u.a. auch Schwarzohrpapageien), mit dem gerade die weiblichen Tiere ihr Wohlgefühl signalisieren.

Ali ganz jung

Die Zusammenführung

Die Zusammenführung von Mogli und Ali hatten wir uns viel schwieriger vorgestellt, als sie in Wirklichkeit war. Vielleicht weil beide Vögel noch so jung waren? Vielleicht weil wir einfach Glück hatten und die Chemie zwischen den beiden gestimmt hat??? Oftmals wird von Schwierigkeiten bei der Verpaarung von Mohren berichtet. Diese Erfahrung haben weder wir bei unseren Mohren gemacht noch bei den Besitzern der etwaigen Geschwistertiere von Mogli. 

Für Alis Einzug hatten wir Moglis alten Käfig (100*70*180 cm) vollkommen neu gestaltet mit Ästen und Spielzeug. Diesen Käfig sollte nun Ali beziehen. Mogli kam in einen anderen Käfig. Ein erstes Kennenlernen der beiden sollte während des Freiflugs passieren. Schon als wir mit Ali im Reisetransporter ins Wohnzimmer kamen, reagierte Mogli begeistert. Nach zwei Stunden ließen wir Ali das erste Mal ins Wohnzimmer. Zielsicher flog sie zum Kletterbaum. Mogli machte währenddessen ein unglaubliches Theater in seinem Übergangskäfig. Also ließen wir auch ihn raus auf den Kletterbaum. Er begann sofort, Ali zu füttern und zu kraulen. Ali war nicht sonderlich begeistert von Moglis ständigen Belästigungen, aber der Kerl war nicht abzuschütteln. Abends kuschelten sich die beiden nebeneinander in den großen Käfig und es war so, als wären sie nie alleine gewesen. Mittlerweile schlafen die beiden nicht mehr nebeneinander und manchmal gibt es auch ordentliche Reibereien, logisch - aber es ist immer wieder schön, die beiden schmusen, spielen oder streiten zu sehen...

Fütterung Ali und Mogli Kraulen

Ein unterschiedlicher Charakter

Mogli und AliMOGLI ist jetzt 3 Jahre alt (Stand: Januar 2005). Er ist ein anhängliches Kerlchen, zumindest seiner Bezugsperson Sonja gegenüber. Die darf mit ihm machen, was sie möchte: auf den Rücken legen, kraulen... Bei Klaus wird dagegen nicht alles (oder besser gesagt: fast nichts) erlaubt. Mogli greift Klaus nicht an, aber zeigt schon ganz deutlich, wenn Klaus ihm zu nahe kommt und das nicht erwünscht ist: da wird gebissen, gegen das Käfiggitter geschlagen, geknurrt oder ganz banal einfach weggeflogen... Die ersten paar Monate war Mogli noch nicht auf eine Bezugsperson fixiert gewesen; dies stellte sich erst nach ca. einem halben Jahr ein. Mogli hat vieles erst durch Ali gelernt: er beginnt jetzt Dinge zu machen, die nicht erlaubt sind. Er benagt sein Spielzeug. Er fliegt gerne. Dies sind alles Dinge, die er erst mit und durch Ali gelernt hat. Mogli lässt sich furchtbar gerne von Ali füttern. Er fordert sie dann auch meist auf, auf seinen Rücken zu steigen. Komisch, aber wahr - Ali, das Weibchen, steht dann auf Mogli. Dies endet meist mit großem Geschrei und einer von beiden purzelt dann meist irgendwo hinunter... Eine zeitlang war Mogli stark auf seine Bezugsperson Sonja fixiert, so dass er Ali ignorierte oder auch biss. Dadurch, dass Mogli jetzt weniger Streicheleinheiten von Seiten seiner Bezugsperson bekommt, hat sich dieses Verhalten immens verbessert. Manchmal gibt es auch ordentlich Streit zwischen den beiden - oftmals ist der Grund für uns dabei nicht ersichtlich. Dann jagen sich die beiden, springen sich an, ziehen sich an den Federn und verknäulen sich. Meist geht Ali aus diesen Kämpfen als Siegerin hervor.

Flugbild AliALI ist jetzt 3 Jahre alt (Stand: Januar 2005). Ali ist sehr anhänglich. Im Gegensatz zu Mogli hat sie jedoch keine eindeutige Bezugsperson. Sie lässt sich zwar lieber von Sonja kraulen, im Notfall ist aber auch Klaus in Ordnung. Gezwickt werden beide Futtergeber, wenn ihr irgendetwas nicht passt. Ali hat da einen ganz eigenen Kopf. Verjagt man sie von einer verbotenen Stelle im Wohnzimmer, kann es sein, dass sie schnell noch ihr Schnäbelchen in die Hand des etwaigen Menschen rammt. Und das kann ganz schön weh tun... An manchen Tagen sind auch bestimmte Dinge im Umgang mit ihr erlaubt, an anderen signalisiert sie deutlich, dass dies jetzt unerwünscht ist. Mogli ist dagegen eindeutiger strukturiert: Sonja darf immer alles, Klaus darf nie etwas. Generell muss jedoch gesagt werden, dass weder Mogli noch Ali grundlos beißen - der Schnabeleinsatz steht in einem Zusammenhang, den man erkennen und umgehen kann. Auch Ali hat sehr viele Möglichkeiten, um ihre Ablehnung zu zeigen, bevor sie - quasi als Notbremse - den Biss wählt: sie rollt mit den Augen, knurrt, nimmt eine ablehnende Körperhaltung ein... Ali ist sehr auf Mogli fixiert, was für uns äußerst erfreulich ist. Aber: Sie hat die Hosen an. Wie schon geschrieben, füttert sie meist ihr Männchen oder stellt sich im Spiel auf ihn. Genauso gebietet sie ihm zu manchen Zeiten in der Voliere, wo er sitzen darf und wo nicht, was er machen darf und was nicht. Baden darf Mogli meist nie, ohne Ärger zu bekommen. Wenn er sich gerade genüsslich von der Blumenspritze berieseln lassen will, kommt 100% Ali und beginnt ihn zu jagen... Hier haben wir aktuelle Steckbriefe zu Mogli und Ali erstellt.

Lautäußerungen und Imitation

Als wir uns vor drei Jahren überlegten, ein Paar Mohrenkopfpapageien zu kaufen, war für uns u.a. die Frage wichtig, wie laut Mohrenkopfpapageien sind. In der Literatur fanden wir Angaben, die die Mohren als mittellaute Papageien bezeichnen, die je nach Gelegenheit doch recht laut werden können. Grundsätzlich können wir dem nur zustimmen, mit dem Vermerk allerdings, dass in unseren Augen Mohren von der Lautstärke her durchaus für die Wohnungshaltung geeignet sind, vorausgesetzt, dass man nicht allzu empfindliche Ohren hat. Bei der stundenweisen Haltung in einem Außenkäfig kann es allerdings zu Problemen kommen, so wie bei uns geschehen. Manche Nachbarn fühlen sich durch die gelegentlichen Schreie der Mohren gestört, so dass wir selbst uns entschieden, den Außenkäfig zumindest in nächster Zeit anderweitig zu nutzen. Solche Probleme müssen nicht auftauchen, sind aber m.E. sehr wahrscheinlich. Insgesamt gibt es Tage, an denen die Mohren einfach verstärkt von ihrer Stimme Gebrauch machen. Dies kann v.a. im Herbst oder im Frühjahr an einigen Tagen der Fall sein. Aber: es geht vorbei und es ist normal! Die Mohren haben nun mal die Stimme, die sie haben, und sie setzen diese so ein, wie sie wollen. Unsere Mohren sind nicht sprachbegabt. Wir sagen dies an dieser Stelle, weil viele Leute natürlich wissen wollen: 'Können die sprechen?' Unsere Mohren können nicht sprechen! Sie machen Geräusche nach, wobei ich immer wieder überrascht bin, welche Geräusche für sie von Bedeutung sind. Sie können jetzt verschiedene einfache Tonfolgen nachmachen, die wir ihren ständig vorgeflötet haben. Daneben können sie noch diverse Geräusche wie Schnalzen, Küsschen geben, Geräusche von unserem verstorbenen Wellensittich usw. Abschließend lässt sich zudem sagen, dass unsere Mohren im Tagesverlauf immer Phasen haben, in denen sie gar keine Geräusche von sich geben. Morgens und nachmittags sind beispielsweise Phasen, in denen sie ausgiebig ruhen - hier ist dann über Stunden hinweg gar kein Geräusch von ihnen zu vernehmen.
Hier geht es zur Schallmessung im August 2006!