Ernährung unserer Mohrenkopfpapageien
Eine ausgewogene Ernährung ist für eine artgerechte Haltung der Papageien sehr wichtig. Nur Körnerfutter und ab und zu ein Stück Apfel reichen längst nicht aus. Wir selbst versuchen, unseren Tieren eine möglichst abwechslungsreiche Nahrung anzubieten. Im folgenden haben wir alles, was für die Ernährung unserer Mohren wichtig ist, bebildert aufgelistet:
- Körnerfutter
- Keim- und Kochfutter - wurde mittlerweile vollkommen von der Futterliste gestrichen!
- Pellets
- Kolbenhirse
- diverse Leckerbissen
- Grit, Kalk- und Jodsteine
- Vitamine
- Obst und Gemüse
Wir bieten unseren Vögeln generell keine Nüsse an, da diese häufig verpilzt sind und einen Faktor bei der Begünstigung von Aspergillose darstellen. Bei Erdnüssen beispielsweise ist die Gefahr der Verpilzung extrem hoch: Erdnüsse stauben häufig beim Öffnen der Schalen; dies sind die Schimmelsporen. Hier muss angefügt werden, dass verpilzte Nüssen häufig sehr gut aussehen - die Verpilzung ist nicht mit dem bloßen Auge zu erkennen!!
Wir selbst beziehen unser Futter von Ricos Futterkiste. In seinem sehr gut gestalteten und informativen Katalog heißt es: "Erdnüsse und Zirbelnüsse werden Sie in keiner unserer Futtermischungen finden! Die Erdnuß sowie auch die Zirbelnuß ist eine der Hauptauslöser von Pilzerkrankungen (Aspergillose). Schimmelpilze (Aspergillus fumigatus, Aspergillus flavus, Aspergillus niger), mit dem Futter oder der Atemluft aufgenommen, führen zum Wachstum von Pilzrasen und -knoten in den Luftsäcken und verschiedenen Organen... Wer den Leidensweg eines erkrankten Papageis miterlebt hat, wird mit Sicherheit nicht mehr auf die "Leckerei" Erdnuß zurückgreifen" (Katalog von Ricos Futterkiste Nr. 7, S.11).
Ein gutes Buch zum Thema Ernährung ist übrigens das Buch von: Hans-Jürgen Künne: Die Ernährung von Papageien und Sittichen. Arndt-Verlag. 2000. Eine ausführliche Buchkritik könnt ihr hier lesen!
Körnerfutter und Wasser
Wir bieten täglich 2-3 Esslöffel Körnerfutter für beide Vögel zusammen an. Gerne wird dabei das 'Mischfutter für kleine Papageien' (Ricos Futterkiste) angenommen. Mit dem Futter von Ricos Futterkiste (siehe Linkliste) haben dabei bisher immer gute Erfahrungen gemacht. Die Futtersorten sind hier entsprechend des Energiebedarfs der einzelnen Vogelsorten zusammengestellt, so dass die Tiere nicht verfetten, gleichzeitig aber die notwendigen Inhaltsstoffe aufnehmen. Das Futter und Wasser wird über die Drehfütterung angeboten. Auf Äste oberhalb der Futternäpfe ist zu verzichten, um ein Koten in Futter / Wasser zu vermeiden. Die drei Näpfe werden bei geschlossener Drehfütterung durch ein L-förmig gebogenes Aluminiumblech gesichert. So können die Vögel die Näpfe nicht anheben und ggf. aushängen. Zusätzliche Näpfe haben wir an unterschiedlichen Stellen des Käfigs angebracht. Gute Erfahrungen haben wir dabei mit den Näpfen gemacht, bei denen der Napf in eine Halteplatte geschoben wird, die am Gitter befestigt ist, wie hier am Beispiel Badenapf. An dieser Stelle wollen wir kurz erwähnen, dass es natürlich Pflicht ist, Bade- und Trinkwasser mindestens ein- bis zweimal täglich zu erneuern!!! Wir selbst kaufen für unsere Mohren einen eigenen Sprudel, da wir eine Nierenerkrankung bei Ali vermuten. Sie bekommen in den Trinknapf ein Heilwasser wie Staatlich Fachinger oder Hirschquelle.
![]() Futtermischung mit Blütenpollen |
![]() Futterwendeklappe: zweimal Futter, einmal Trinkwasser |
![]() Badenapf mit Leitungswasser |
Keim- und Kochfutter
Keim- und Kochfutter stellt in meinen Augen ein Futtermittel dar, das sehr schnell verpilzen kann. Da Mogli im Jahr 2005 starke Atemprobleme hatte (siehe Aspergillose), wurde Keim- und Kochfutter gänzlich vom Speiseplan gestrichen.
Grundsätzliches zum Keimfutter:
Dieses Futter wird in einem Sieb für ca. 12 Stunden in einem Wassergefäß eingeweicht. In der Zeit sollte es ab und zu mit klarem Wasser abgespült und das alte Quellwasser durch neues ersetzt werden. Im Anschluss an die genannte Quellzeit wird das Futter nochmals für ca. 12 Stunden abgetropft im Sieb belassen und 2-3 mal mit klarem Wasser abgespült. Nach dieser Zeit haben sich meist kurze Keime gebildet, die gerade die Samenhülle durchbrechen. Der Vorteil von Keimfutter gegenüber trockenem Körnerfutter liegt zum einen in der besseren Verdaulichkeit. Zudem nimmt der Vitamin- und Energiegehalt des Futters zu, der Fettgehalt dagegen ab. Allein aufgrund der Herstellungsweise wird klar ersichtlich, dass Keimfutter nach wenigen Stunden aus der Voliere entfernt werden muss. Bei schwül-warmen Wetter kann es sehr leicht schimmeln bzw. - für das Auge nicht sichtbar - verpilzen. Es ist auch ohne Keim- und Kochfutter möglich, den Vogel angemessen zu ernähren durch ein abwechslungsreiches Obstangebot und durch eine vielfältige Körnermischung.
Grundsätzliches zum Kochfutter:
Unterschiedliche Meinungen bestehen bezüglich des Kochfutters. Das Kochfutter wird meist 15 Minuten mit viel Wasser gekocht, u.U. noch mit anderen Gemüsesorten wie hier mit Möhren. Gegner führen an, dass beim Kochvorgang Enzyme und Vitamine zerstört werden. Auch Kochfutter sollte recht zügig aus der Voliere entfernt werden. Wir bieten es mittlerweile aufgrund der Verpilzungsgefahr nicht mehr an.
Pellets
Pellets haben gegenüber normalem Körnerfutter den Vorteil, dass sie in keiner Weise mit Pilzsporen belastet sind: Durch das Erhitzen des Futters beim Herstellungsvorgang werden alle vorhanden Keime und Pilzsporen abgetötet. Zudem sind Pellets mit allen lebensnotwenigen Mineral- und Spurenelementen angereicht und sollen angeblich als Alleinfutter geeignet sein. Zu unterscheiden sind von den Pellets im übrigen die Extrudate, wie sie beispielsweise von Kaytee angeboten werden. Extrudate haben lustige Formen und Farben und zumeist auch einen sehr intensiven, kaugummiartigen Geruch. Bei Extrudaten sind die verwendeten Inhaltsstoffe meist so zubereitet dass der Muskelmagen des Vogels nichts mehr zu arbeiten hat. Bei uns hat sich die Pellet-Fütterung nicht bewährt, da die Vögel recht selten Pellets bekamen (ca. einmal in der Woche) und die Packung somit über einen zu langen Zeitraum geöffnet war: Die Pellets zogen bei uns Wasser und zerbröselten sehr leicht in ihre Bestandteile.
Kolbenhirse

Äußerst beliebt ist bei unseren Mohren auch Kolbenhirse. Sie bekommen dabei ca. einmal wöchentlich 1-2 Rispen. Kolbenhirse kann auch im halbreifen Zustand verfüttert werden . Sie muss dann allerdings tiefgefroren gelagert werden. Auch sollte sie recht schnell nach Verzehr wieder entfernt werden, um Verpilzungen zu vermeiden.
Diverse Leckerbissen
Relativ selten bekommen unsere Mohren gekaufte Papageienkräcker. Stattdessen bekommen sie häufiger mal einen Knabberball. Diese kann man kaufen oder auch selbst herstellen. Knabberbälle und andere Leckereien wie getrocknete Hagebutten, Trockenfeigen oder Kolbenhirse kann man dabei geschickt in sogenannten Treatholdern anbieten. Eine Anleitung, wie man Knabberbälle oder auch Kräcker selber backen kann, findet ihr hier. Äußerst beliebt sind bei Mogli und Ali getrocknete Feigen oder Datteln. Bei Trockenobst sollte darauf geachtet werden, dass es nicht geschwefelt ist. Der absolute Hit sind allerdings getrocknete Papayas aus dem Reformhaus oder von Seeberger. Von diesen bekommen die Mohren ab und zu ein Stückchen, und sie sind immer ganz wild darauf. Zweimal im Monat bieten wir unseren Mohren auch einen Teelöffel Naturjoghurt an. Dieser soll gut sein beim Aufbau der Darmflora. Über den Joghurt können wir problemlos Medikamente oder Vitaminpräparate verabreichen.
![]() Trockenobst |
![]() Joghurt |
Absolut beliebt sind bei unseren Mohren die getrockneten Schlehen, die wir bei Ricos Futterkiste kaufen. Mogli ist ganz verrückt nach diesen: Er kann den Kern auch problemlos knacken. Ali hingegen kann den Schlehenkern nicht öffnen - sie wirft also erstmal alle Schlehen auf den Boden, damit Mogli sie nicht findet. Danach beginnt sie, ihn zu bedrängen in der Hoffnung, dass sie ihm eine geöffnete Schlehe abnehmen kann... Hier seht ihr, wie wir die Schlehen präsentieren - ein bisschen Arbeit muss ja schließlich sein...
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Grit, Kalksteine, Sepiaschale...
Grit ist sehr wichtig für Papageien: Die kleinen Steinchen sind den Vögeln beim Zermahlen der Nahrung behilflich. Grit sollte immer zur freien Aufnahme bereit stehen. Wir bieten Grit in einem zusätzlichen Napf an. Zusätzlich bieten wir zur Mineralversorgung manchmal auch Vogelerde an, die ebenfalls gerne aufgenommen wird.
![]() Grit zur freien Aufnahme |
![]() Kalk- und Jodstein |
![]() Vogelerde |
Vitaminzusatz
In Stresszeiten, wie beispielsweise Mauser, bieten wir den Mohren ein zusätzliches Vitaminpräparat an, das wir meist über den Joghurt oder das Fruchtmus verabreichen. Ab und zu reichen wir einen Teelöffel Blütenpollen über das Körnerfutter. Pollen hat eine positive Wirkung auf die gesamte Ernährungssituation, enthält Vitalstoffe und stärkt die Widerstandskräfte. Weitere Vitaminpräparate haben wir hier aufgeführt.










