Verlauf der Aspergillose unseres Mohrenkopfpapageis Mogli (als PDF)
Im folgenden stellen wir den Verlauf der Aspergillose unseres Mohrenkopfpapageis Mogli dar. Insgesamt kann gesagt werden, dass Aspergillose eine chronische Krankheit ist, die sowohl für die Halter als auch für den Vogel sehr belastend werden kann. Dies gilt besonders für solche Tage, an denen es dem Vogel schlecht geht und man als Halter nur hilflos zuschauen kann, wie das Tier leidet. Zwischen solchen schwarzen Tagen gibt es aber auch gute Zeiten, in denen der Vogel singt und pfeift und sich seines Lebens freut. In solchen Momenten sind wir als Halter richtig stolz auf das tapfere Kerlchen und seinen Lebensmut... Dies ist der Versuch die Leidensgeschichte von Mogli in Bezug auf seine Aspergillose zu dokumentieren. Aspergillose kann u.U. psychische Störungen, wie Selbstrupfen, nach sich ziehen. Wir beobachteten das Selbstrupfen erstmals in ausgeprägter Form im Anschluss an einen Aspergillose-Anfall im Mai 2005.
2002-2004
Als 2002 die Aspergillose diagnostiziert wurde, wurde uns das pilztötende Mittel Sempera Liquid verschrieben: Laut Tierarzt sollten wir Mogli hiermit oral behandeln. Dieses Mittel sollte entweder direkt in den Schnabel gespritzt oder mit einem Trägerstoff, beispielsweise Babybrei oder Joghurt, verabreicht werden. Am ersten Tag war dies kein Problem: Mogli nahm bereitwillig den Babybrei und damit auch das Pilzmittel auf. Danach übergab er sich und war körperlich richtig schlecht drauf. Am nächsten Tag war er in keiner Weise mehr zu bewegen, Babybrei zu sich zu nehmen. Auch sonst lehnte er alles ab, was irgendwie nach Medikament aussah. Wir sahen also keine Möglichkeit, ihm das Mittel zu verabreichen. Zudem ging es ihm körperlich sehr schlecht von dem Medikament.
Anmerkung: Im Nachhinein fanden wir heraus, dass sämtliche afrikanischen Papageien das Medikament Sempera Liquid nicht gut vertragen! Grundsätzlich erscheint es also nicht empfehlenswert, dieses Medikament bei afrikanischen Papageien mit Aspergillose zu verabreichen!

Wir bekamen deshalb als neues Mittel Imaverol, welches nicht pilztötend wirkt, sondern lediglich das Wachstum der Pilze hemmt und so die Symptome lindert (die Atmung erleichtert). Imaverol ist ein Medikament zur Inhalation - in den Jahren 2002-2004 verwendeten wir für die Inhalation einen alten PariBoy. Mogli ging immer freiwillig in den Transporter zur Inhalation und ließ sich im Anschluss daran von Ali feiern. Ali lauerte während der Inhalation immer in der Nähe des Transporters. Nach den 20 Minuten Inhalation bekamen natürlich beide Vögel eine Belohnung für ihr Verhalten... Genaueres zur Inhalation mit Imaverol haben wir hier notiert.
In den Jahren 2002-2004 inhalierten wir Mogli je zwei- bis dreimal pro Jahr über einen Zeitraum von mehreren Wochen - dies war meist zu Beginn der Heizperiode im Spätsommer / Herbst und im Frühjahr der Fall. An den meisten Tagen merkten wir gar nichts von seiner Aspergillose: Mogli konnte problemlos fliegen und machte einen lebensfrohen Eindruck. Wir haben während dieser Zeit verschiedene Optimierungen vorgenommen an Haltung (Innenvoliere, Balkonkäfig, Luftfeuchtigkeit), Ernährung (zusätzliche Vitamingaben) usw. Leider war es uns ab 2004 nicht mehr möglich, die Tiere stundenweise auf dem Balkon unterzubringen, da sich unsere Nachbarn durch die Rufe der Mohren gestört fühlten. Mogli hat diese Aufenthalte an der frischen Luft immer sehr genossen. Ich bin sicher, dass sie ihm gut getan haben. Ende 2004 nahm ich Kontakt zu einem Tierheilpraktiker auf, da ich durch die Beschreibung der Erstickungsanfälle aspergillosekranker Tiere in den Papageienforen sehr verunsichert war und unserem Tier solche Atemnöte durch Prophylaxemaßnahmen 'ersparen' wollte.
2005

Große Probleme mit seiner Aspergillose hatte Mogli erstmals im Januar 2005. Hier gab es einen Wetterumschwung (von kalt zu warm), der wohl mitverantwortlich für den Aspergillose-Schub war. Mogli hatte für einige Tage große Schwierigkeiten mit der Atmung: Er musste häufig niesen; sein Atem klang knackend, rasselnd und blechern. Wir begannen sofort mit der Inhalation mit Imaverol. Wir inhalierten Mogli zweimal täglich über einen Zeitraum von 6 Wochen. Die Atmung stabilisierte sich nach wenigen Tagen. Nach der Inhalation konnten wir feststellen, dass Moglis Gefieder sehr stark nach Imaverol roch. Zudem führte das Imaverol, das sich auf dem Gefieder ablagerte, dazu, dass Wasser nicht mehr vom Gefieder abperlte, sondern dieses komplett durchweichte. Der Schutzfilm des Gefieders wird nach unseren Beobachtungen durch die Imaverol-Behandlung beeinträchtigt. Seit Januar 2005 verwendeten wir einen neuen PariTurboBoy mit entsprechendem Vernebler für die Imaverolbehandlungen. Wir hofften durch diese Neuerungen eine effektivere Behandlung zu erzielen. Hier könnt ihr den Vergleich zwischen den unterschiedlichen Gerätetypen von Pari einsehen.
Im März / April begannen wir mit der Sanumtherapie ("homöopathische" Behandlung der Aspergillose, unterstützend zur Schulmedizin). Mogli wurde weitere 4 Wochen mit speziellen Präparaten inhaliert. Teilweise erhielt er diese Präparate auch oral. Die Dauer der Behandlung betrug - einschließlich Globuligabe - 8 Wochen. Im Anschluss an die Sanumtherapie hatte Mogli an mehreren Tagen Atmungsprobleme. Auch hier konnten wir einen Zusammenhang mit einem Wetterumschwung von Tief zu Hoch feststellen.
Im Mai 2005 wurde es endgültig Sommer - innerhalb eines Tages stieg die Tagestemperatur von 18°C auf 28°C an. Mogli bekam am Dienstag, 24. Mai, einen sehr schweren Erstickungsanfall, der sich über mehrere Stunden erstreckte. Inhalationen mit Imaverol brachten ihm keine sichtbare Erleichterung. Mogli war sehr verzweifelt - genauso wie wir. Es ist schwer, in solchen Momenten die Ruhe zu bewahren. Wir selbst werden uns einen Notfallplan für diese Situation an die Wand hängen, den wir gegebenenfalls befolgen können. Gegen 21 Uhr desselben Tages suchten wir aufgrund der anhaltenden Atemnot den Notfalldienst der Tierklinik auf - dort bekamen wir eine Tablette Lamisil. Dieses Mittel wirkt - wie auch das Sempera Liquid - pilztötend, wird aber im Gegensatz zu diesem von Mohrenkopfpapageien vertragen. Die gelöste Lamisiltablette wird Mogli täglich in der vorgegebenen Dosierung und Menge oral verabreicht. Glücklicherweise nimmt Mogli das Mittel problemlos über Früchtebrei auf! Am Folgetag (25. Mai) wollte Mogli während des Freiflugs abgeduscht werden. Als er nass war, begann er plötzlich hektisch seine Federn zu putzen und Federkiele zu ziehen. Diese zerkaute er - dann wurde ein weiterer Kiel gezogen. Mogli steigerte sich in eine wahre Raserei - teilweise wurde er richtig wütend, wenn er einen bestimmten Kiel nicht ziehen konnte. Teilweise versuchte er sogar, Kiele im Bauchbereich mit der Kralle zu umfassen. Wir riefen umgehend den Tierarzt an, der einen Zusammenhang zwischen Rupfen und Lamisilgabe (dies hatten wir zuerst vermutet), verneinte. Vielmehr sei der Stress vom Vortag (Erstickungsanfälle) für das Selbstrupfen ursächlich. Gibt es einen Zusammenhang zwischen Aspergillose und Selbstrupfen? Wir waren wirklich verzweifelt - sahen wir doch, wie sehr Mogli leiden musste, wenn er in seiner Verzweiflung begann, sich selbst zu rupfen. Wir waren hilflos: Sollten wir auf das Rupfen reagieren und das Tier auf diese Weise konditionieren, wie es in der gängigen Literatur heißt? Sollten wir einfach zuschauen, wie Mogli sich selbst Schmerzen zufügte? Wir versuchten, Mogli abzulenken, was gar nicht so leicht war... Auch seine Partnerin Ali hatte nicht viel Erfolg, ihn am Rupfen zu hindern.
Seit dem 30. Mai, also 5 Tage nach dem Erstickungsanfall, konnte ich eine deutliche Verbesserung bei Mogli feststellen: Er wurde lebensfroher, pfiff vor sich hin und flog sogar die eine oder andere Runde freiwillig im Wohnzimmer. Zudem beschäftigte er sich weniger mit seinem Gefieder: Manchmal putzte er sich sogar richtig sanft. Dies kann daraufhin deuten, dass Mogli zum Selbstrupfen neigt, wenn er sich unwohl fühlt. Positiv gesagt, könnte dies bedeuten, dass er das Rupfen einstellt, sobald er es ihm besser geht. Auf der anderen Seite wird ein einmal rupfendes Tier immer wieder auf diese Lösungsstrategie zurückgreifen - ich denke, da muss ich mir nichts vormachen... Ich möchte noch erwähnen, dass uns der Tierheilpraktiker im Anschluss an Moglis Atemnot und das auftretende Federrupfen das Konstitutionsmittel für Mogli in einer sehr hohen Potenz empfahl. Dieses Mittel wurde in der Hochpotenz bisher einmal verabreicht - zukünftig wird Mogli sein Konstitutionsmittel in einer geringeren Potenz erhalten. Sonnenschmidt /Wagner schreiben zu dem Konstitutionsmitteln folgendes: "Jedes Lebewesen hat seine eigene, ganz individuelle Konstitution, d. h. seine persönliche charakteristische Art, auf Krankheiten zu reagieren. .... Hat man ein passendes Konstitutionsmittel für seinen Vogel gefunden, so ist man der richtigen Heilung einer Krankheit um ein großes Stück näher gekommen, da bei dieser Art der Therapie die Einheit Körper-Geist-Seele und nicht das einzelne Krankheitssymptom für sich gesehen wird" (Sonnenschmidt / Wagner: Vögel. Akupunktur - Homöopathie - Bach-Blütentherapie - Kinesiologie, S.35f). Dieses Konstitutionsmittel wird Mogli unterstützend zur Lamisilgabe nach Absprache mit dem Tierheilpraktiker verabreicht. Vielleicht ist es für Mogli ein Baustein auf dem Weg zur Stabilisierung seiner physischen und psychischen Situation....
August 2005
Mogli hat seit Mai 2005 keinen Aspergillose-Anfall gehabt. Die Lamisilgabe im Zusammenhang mit der homöopathischen Behandlung scheint also geholfen zu haben. Mogli hat die extremen Wetterumschwünge in diesem Sommer bisher hervorragend verkraftet. Nun reichen wir unseren Mohren regelmäßig Propolispulver und Blütenpollen, von denen gesagt wird, dass sie die eigenen Abwehrkräfte stärken. Unsere derzeitigen Vitamingaben haben wir hier dargestellt. Mittlerweile gehen wir davon aus, dass das Selbstrupfen ursächlich mit der Geschlechtsreife und dem Partnerrupfen zusammenhängt. Hier berichten wir weiter zum Selbst- und Partnerrupfen.
Dezember 2005
Mogli hält sich tapfer - er ist lebendig, fliegt viel und freut sich seines Lebens. Ob diese positive Entwicklung Zufall ist oder mit der Lamisilgabe, der Inhalationstherapie oder der Sanumtherapie zusammenhängt, können wir nicht sagen. Fakt ist, dass wir uns im Februar 2005 dazu entschlossen, sämtliche Luftbefeuchter abzuschalten. Wir konnten nach 3 Jahren Dauerbenutzung, einer Top-Wartung und einer Aufstockung sämtlicher Geräte keinen wirklichen Erfolg in der hohen Luftfeuchtigkeit erkennen. Mogli hat seitdem keinen Anfall mehr gehabt, so dass wir zumindest momentan zu der Meinung kommen: Luftbefeuchter sind trotz regelmäßiger Wartung Keim- und Bakterienschleudern, die unter Umständen für die Aspergillose von Mogli mitverantwortlich sein können. Unter dem Thema Luftbefeuchtung haben wir unsere kritische Meinung weiter ausgeführt.
Juni 2006
Mogli hält sich prima! Wir haben jetzt seit einem Jahr auch Koch- und Keimfutter vom Speiseplan gestrichen.
August 2006
Am 15. August 2006 hatte Mogli einen leichten Aspergillose-Anfall mit den Symptomen: Gähnen, hektische und schnelle Atmung. Wir gingen umgehend mit ihm zum Tierarzt - bereits im Auto beruhigte sich die Atmung wieder; beim Tierarzt war Mogli munter und fidel. Die Atmung war rasselfrei. Als Therapie wurde verordnet: 10 Tage Lamisil in entsprechender Dosierung und Inhalationen (ohne Imaverol). Wir verabreichen das Medikament in einem Babybrei vom Löffel: Dazu nehmen wir Humana Apfelbrei, milchfrei - angerührt mit warmem Karottensaft. Falls gewünscht kann noch ein Fruchtmus von Alete oder Hipp untergehoben werden. Das Fruchtmus sollte allerdings für Babys bis zum vierten Monat sein; Fruchtmus für ältere Kinder enthält Obststücke, die von unseren Mohren lediglich herumgeschleudert werden. Die Medikamentengabe ist mit diesem Babybrei kein Problem. Wir selbst haben die Vermutung, dass die Aspergillose-Anfälle von Luftdruckschwankungen ausgelöst werden. Da wir allerdings momentan noch kein Barometer mit historischem Verlauf besitzen, können wir hierzu noch keine Ergebnisse vorweisen. Wir arbeiten allerdings daran! Falls ihr einen Zusammenhang zwischen Atmungsproblemen und Luftdruckschwankungen festgestellt habt, könnt ihr mir gerne euer Erfahrungen per E-Mail mitteilen.
Januar 2007
Mogli hatte am 21. Januar 2007 einen mittelschweren Aspergillose-Anfall: Er atmete über einen Zeitraum von ca. 60 Minuten sehr hektisch. Die Atmung war pfeifend. Das Wetter an diesem Tag war kalt und sonnig. Am Vortag hatten wir Temperaturen von 12°; die Temperaturen waren an diesem Tag auf 6° gesunken. Mogli hatte schon am Nachmittag eine verstärkte Atmung, welche sich in gehäuftem Gähnen äußerte. Normalerweise gebe ich Mogli zu diesen Zeiten sein Konstitutionsmittel (Globuli) in hoher Potenz oder Rescue-Globuli. Am 21. Januar jedoch entschied ich mich - aus welchen Gründen auch immer - dagegen.
Am Abend bekam Mogli gegen 18.30 Uhr einen mittelschweren Aspergillose-Anfall. Wir begannen sofort mit der Inhalation mit Kochsalzlösung über 40 Minuten hinweg. Moglis Atmung beruhigte sich langsam. Nach der Inhalation wurde er von uns für ca. 20 Minuten "bekuschelt": Er saß ganz dicht bei uns, döste vor sich hin und genoss die Nähe. Ali verhielt sich vorbildlich: Sie war sichtlich beunruhigt über das Leiden von Mogli. Sie flog jedoch keine Attacken auf Mogli und gönnte ihm auch die Erholungszeit bei uns, ohne sich einzumischen und dazwischen zu drängen.
Nachdem Mogli sich erholt hatte, wollte er eine Weintraube essen. Er hatte anschließend großen Hunger, was ja immer als gutes Zeichen zu werten ist! Klaus holte in der Tierklinik Lamisil - wir begannen am gleichen Abend mit der oralen Gabe von Lamisil (Verabreichung wie gehabt über Babybrei). Abends wollte Mogli seine Kräfte demonstrieren und flog von sich aus einige Runden zwischen Wohn- und Arbeitszimmer.
25. Januar: Wir haben Mogli nun mit dem Award "Der König der Wetterfrösche" ausgezeichnet.

Mai 2007
Er hält sich sehr tapfer, unser kleiner Wetterfrosch Mogli! Anfang Mai 2007 waren wir beim Tierarzt, da wir eine Veränderung an der Nasenhaut von Mogli feststellten. Es handelte sich hierbei allerdings um eine Art Entzündung, die schon abgeheilt war und die mit dem Finger problemlos abgekratzt werden konnte. Wir selbst hatten ein Pilzgranulom vermutet: Ein Zusammenhang mit der Aspergillose konnte allerdings - toi, toi, toi - ausgeschlossen werden. Mogli wurde vom Tierarzt abgehört - es konnten keine Atemgeräusche festgestellt werden; insgesamt macht Mogli einen sehr fitten Eindruck; zurzeit kommt er mit seiner Aspergillose sehr gut zurecht! Wir selbst sind erleichert, zeigt es uns doch, dass wir auf dem richtigen Weg sind, was das Abschalten der Luftbefeuchter und Luftwäscher angeht. Weiter so, kleiner Mogli!
Oktober / November 2008
Mogli hatte vom 9.-10. Oktober 2008 einen sehr schweren Aspergillose-Anfall. Die Atembeschwerden dauerten ca. 30 Stunden an. Auch nachts bekam Mogli keine Luft - eine Nacht verbrachte er auf dem Volierenboden. In diesen Tagen fand ein Wetterumschwung statt (von kalt zu warm) - wir vermuten hierin den Auslöser für den Aspergilloseanfall. Mogli verlor in kurzer Zeit ca. 10 Gramm an Gewicht. Er hatte Schwierigkeiten, Futter zu sich zu nehmen, da er kaum atmen konnte. Die Nasenlöcher waren von innen mit einem weißlichen Belag "verstopft".
Ab dem 11. Oktober ging es Mogli besser. Er bekam das Pilzmittel Lamisil über Babybrei mit Karottensaft und Fruchtmus verabreicht. Seine Atmung normalisierte sich; er nahm unwesentlich an Gewicht zu. Die Nasenlöcher waren nach kurzer Zeit wieder klar und sauber. Wir behandelten wie folgt: Inhalation mit Kochsalzlösung und F10; Gabe von Lamisil über Babybrei; Ruhe; Nachtruhe in separatem Käfig, so dass Mogli ohne Stress durch Ali schlafen konnte. Nach der 10-tägigen Behandlung mit Lamisil hatte Mogli eine deutliche Abneigung gegen Babybrei entwickelt!
Es ist furchtbar, als Mensch hilflos daneben zu stehen. Mogli wurde in dieser Zeit sehr still und passiv. Er hatte wenig Lebensfreude und Energie: Er schlief viel und mied Flugstrecken. Die kleinste Anstrengung, teilweise sogar ein ungewohntes Geräusch, konnten einen Atemanfall bei ihm auslösen. Auch verlor Mogli an Appetit und weiter an Gewicht (auf weniger als 150 g). Da er zurzeit keinen Babybrei mehr essen möchte, bieten wir ihm abends Kochfutter an, aus dem er lustlos auswählt.

Insgesamt konnten wir Mogli bis zum 22. Oktober nicht stabilisieren: Immer wieder bekam er sehr schwere Atemanfälle, teilweise mit Erbrechen und gluckernden Atemgeräuschen. Wir suchten draufhin einen papageienkundigen Tierarzt auf und ließen ein Röntgenbild machen. (Wir waren verunsichert, ob Mogli Metallstücke verschluckt hatte, was nicht der Fall war.) Laut Tierarzt ermöglicht ein Röntgenbild generell keine Aussagen über die Aspergillose: Auf dem Röntgenbild konnte der Tierarzt lediglich eine Verschattung feststellen, die auf eine Entzündung der Luftsäcke hindeutet. Die Entzündung kann durch die Ausscheidungen der Pilze verursacht werden.
Laut Tierarzt machte Mogli einen guten Eindruck (Gefieder, Allgemeinzustand, Atmung). Uns wurde eine Blutabnahme empfohlen und eine anschließende Endoskopie mit Granulomentfernung. Nur so könne man die Aspergillose dauerhaft (sprich an der Ursache) behandeln. Durch Lamisil und Inhalation würden sich die Granulome lediglich verkapseln; ist das Immunsystem geschwächt, platzen die Verkapselungen wieder auf und führen so zu einem neuen Atemanfall.

Seit 24. Oktober inhalieren wir Mogli zweimal täglich mit Imaverol, was auch wirklich zu einer Verbesserung der Situation führt. Zwar stinkt das vernebelte Imaverol furchtbar, allerdings geht es Mogli mit dieser Behandlung deutlich besser! Zusätzlich inhalieren wir auch mit F10. Dieses Mittel kann mit Imaverol kombiniert werden. Wir inhalieren je 20-30 Minuten mit Imaverol, im Anschluss dann mit F10. Imaverol wirkt pilztötend; F10 wirkt anitbakteriell.

Nachdem Mogli drastisch an Gewicht verloren hatte (auf 142g), entschieden wir uns am 1. November dazu, den Kleinen ein- bis zweimal täglich mit der Spritze zu füttern. Vom Löffel verfüttert verwenden wir gerne den Papageien-Babybrei von Ricos Futterkiste mit Karottensaft und Fruchtmus. Da Mogli jedoch eine gewisse Ablehnung gegen diesen Babybrei entwickelt hatte, entschieden wir uns für den Brei "Nutri Bird 21" (Versele Laga). Dieser Brei kann problemlos über die Spritze verfüttert werden. Zu unserer Überraschung wird er von Mogli recht gerne aufgenommen.
Wir mischen den Brei mit warmen Karottensaft und Hipp Bio Banane an und halten ihn in einem Wasserbad für die Zeit der Fütterung warm. Zusätzlich versetzen wir den Brei mit PT-12. Dieses Mittel enthält vogelspezifische Laktobakterien, die sich im Dünndarm ansiedeln. Laut Packungsbeilage dient PT-12 der "Stabilisierung der gutmütigen Dünndarmflora als Schutz vor Reinfektion mit pathogenen Erregern."
Ab den 2. November bekam Mogli als Ruhekäfig den ehemaligen Käfig von unserem Streifenhörnchen Alice. So wird er nicht von Ali gestresst und kann schlafen und essen, wann er möchte. Die beiden Mohren sehen sich während des gemeinsamen "Freiflugs" - hier bekommen sie auch gemeinsam Kochfutter, Möhren o.ä. Das gemeinsame Essen mit Ali ist für Mogli wichtig!

Am 5. November erreichte Mogli wieder 150-152g. Er aß mit Appetit und machte insgesamt einen präsenteren Eindruck. Wir führen dies auf die regelmäßige Inhalation, die Breifütterung (mit PT-12) und die regelmäßige Vitamingabe zurück. Ein Erbrechen konnten wir nicht mehr beobachten! Am 5. November suchten wir erneut den Tierarzt auf, um ein Blutbild und einen Rachenabstrich von Mogli machen zu lassen. Das Blutbild ergab eine extrem hohe Anzahl von Entzündungszellen; die Organwerte waren im Normalbereich.
Wir entschieden uns für eine Endoskopie, die am 14. November durchgeführt in der Praxis Bürkle / Britsch in Karlsruhe durchgeführt wurde. Leider ergab die Endoskopie, dass Mogli hochgradig an Aspergillose erkrankt ist. Der linke Luftsack ist mit einem flächigen Pilzrasen bedeckt; im rechten Luftsack war ein riesiges Granulom aufgeplatzt, das wohl auch die Atemanfälle verursacht hatte. Bedingt durch die starke Aspergillose hatte Mogli zudem eine Lungenentzündung, die Blutungen in der Lunge verursachte hatte. Aufgrund der riesigen Granulome war keine operative Entfernung möglich. Wir bekamen von Dr. Britsch einen Therapieplan für die nächsten sechs Monate erstellt; eine Nachkontrolle ist in drei Monaten geplant.
Insgesamt ist das keine gute Prognose für Mogli. Der Kleine ist allerdings in einem sehr guten Allgemeinzustand: Er isst mit Appetit (Gewicht 160g) und freut sich über Ali. Mogli fliegt kleinere Strecken. Ansonsten stehen wir natürlich für den Transport während des Freiflugs bereit. Manchmal erprobt Mogli sogar seine Stimme. Wir sind also guter Hoffnung, dass wir die Aspergillose zumindest stabilisieren können. Bilder der Endoskopie 2008 findet ihr hier.
18. November: Mogli geht es zunehmend besser. Er hat sein Gewicht stabilisiert; er benutzt seine Stimme - zwar selten, aber immerhin. Er versucht, während des Freiflugs einige Runden zwischen Wohn- und Arbeitszimmer zu fliegen. Er lässt seine Inhalationen (zweimal täglich 15 Minuten) mit stoischer Ruhe über sich ergehen; Mogli bekommt noch bis Ende der Woche noch zweimal täglich Metacam als Entzündungshemmer gegen die Lungenentzündung (wird über Joghurt verfüttert); abends erhält Mogli weiterhin Lamisil über den Nutri Bird Babybrei.
Um Mogli unsere Anerkennung auszusprechen, haben wir ihm heute den Poicephalus Award 2008 - den "Schippenspringer" - verliehen. Weiterhin gute Besserung, lieber Mogli!

März 2009
Wir inhalieren Mogli weiterhin einmal täglich über 25 Minuten mit F10 und Imaverol. Desweiteren bekommt er seit vier Monaten täglich Lamisil über Babybrei und Fruchtmus verabreicht. Der Brei wird über eine Spritze verfüttert. Die Fütterung erfolgt abends.

Seit Oktober 2008 geben wir in unregelmäßigen Abständen PT12 zum Babybrei - dieses Mittel hilft beim Aufbau einer gesunden Darmflora. Auch Ali bekommt vom Babybrei.

In den letzten Monaten war Mogli ziemlich stabil - leider haben wir in dieser Zeit kein Update gemacht! Mogli hält sein Gewicht von ca. 160-164g; er fliegt und ist munter. Über Nacht separieren wir Mogli weiterhin in den oben benannten Käfig: Er hat somit ein Nachtdomizil, welches er gegenüber Ali während des Freiflugs verteidigt. Wir haben das Gefühl, dass Mogli die Nacht gerne in diesem Käfig verbringt - er ist so vor Alis nächtlichen Störungen sicher. Morgens wird Mogli natürlich umgehend zu Ali in die große Voliere gesetzt. Abends bekommen unsere Vögel frisches Körnerfutter. Hier geben wir Mogli ein eher energiereiches Futter mit vielen Sonnenblumenkernen (z.B. Graupapagei spezial von Ricos Futterkiste); Ali dagegen bekommt ein diätisches Futter (Supervit von Ricos Futterkiste; siehe Bild).

Lediglich in den letzten Wochen hat Mogli verstärkt Probleme mit der Atmung. Dies mag an den wechselnden Temperaturen und den damit bedingten Luftdruckveränderungen liegen. Am 19. März hatte Mogli einen ziemlich starken Atemanfall, der ca. 45 Minuten anhielt. Leider machen uns solche Momente deutlich, dass Mogli wohl nie wieder gesund werden wird. Er wird dauerhaft ein geschädigter Vogel bleiben, über dessen Lebenserwartung wir nichts aussagen können. Einige Stunden nach dem Atemanfall war Mogli wieder topfit und hatte nur Unfug im Kopf. Dennoch haben wir für den 27. März einen Tierarzttermin mit Endoskopie vereinbart. Schließlich wollen wir bei Mogli nichts unversucht lassen.
Die Endoskopie im März ergab eine deutliche Besserung des Pilzbefalls (und dies obwohl Mogli starke Atemanfälle hat!). Allerdings konnte bei der Endoskopie lediglich ein Luftsack untersucht werden, da Mogli während der Endoskopie einen Atemstillstand hatte. Die Lamisil-Therapie wurde beibehalten. Alle Bilder von den Endoskopien findet ihr hier!
Bilder der Endoskopie vom November 2008
Hier ist ein Riesengranulom (rechter Luftsack) zu erkennen, welches aufgeschnitten und lokal behandelt wurde.

Bilder der Endoskopie vom März 2009
Natürlich fehlt uns das tiermedizinische Wissen, um die Bilder der Endoskopien 2008 / 2009 tiefergehend miteinander zu vergleichen. Was jedoch auffällt ist, dass der rechte Luftsack wesentlich besser durchblutet ist. Das behandelte Riesengranulom hat sich gut zurückgebildet. Der linke Luftsack wurde aufgrund des Atemstillstands nicht untersucht.

September 2009
Den gesamten Sommer über war Mogli fit und atemtechnisch unauffällig. An machen Tagen ist er so energiegeladen, dass er problemlos zwischen Wohn- und Arbeitszimmer hin und her düst. Wir geben ihm ca. einmal monatlich eine aufgelöste Lamisiltablette über Babybrei und Fruchtmus. Diese orale Gabe dauert ca. 2 Wochen. Nun beginnt wieder der Wechsel von warmer zu kalter Jahreszeit und wir sind natürlich gespannt, wie Mogli dies verkraftet. Mogli ist ein kleines Stehaufmännchen mit einem gewaltigen Lebenswillen! Das ist Mogli frisch geduscht auf seinem Fensterfreisitz.

Generell wird mittlerweile Vfend als das Mittel der Wahl bei Aspergillose benannt. Solange Mogli allerdings so gut auf Lamisil anspricht, werden wir weiterhin dieses Medikament verabreichen. Frau Krautwasser-Junghanns (Uni Leipzig) hat einen sehr guten Artikel über die antimykotische Therapie bei Ziervögeln verfasst: Der Artikel über Aspergillose befindet sich ab S.455 im verlinkten PDF!
Externer Link: http://www.vetmed.uni-leipzig.de/blaue-hefte/archiv/0001_LTK4/free-online/Heimtiere-ECAMS.pdf)
Über Lamisil schreibt Frau Krautwasser-Junghanns:
"Bisher gibt es beim Ziervogel sehr unterschiedliche Erfahrungswerte mit der Wirksamkeit von Lamisil®. Insbesondere bei Langzeitbehandlungen scheinen die Erfolge weniger effektiv als bei anderen Antimykotika zu sein (Langhofer 2004). In allen Fällen war Terbinafin jedoch gut verträglich. Dieses Allylamin wirkt besonders gegen Dermatophyten. Es entfaltet auch eine fungizide Wirkung gegen Aspergillus-spp.-Infektionen; wird allerdings in der Humanmedizin kaum gegen diese Erreger eingesetzt. Einige Autoren (Dahlhausen et al. 2000, Flammer 2006) sahen aber bei Vogelpatienten mit Aspergillose klinische Erfolge. Teilweise scheint aber auch oft insbesondere gegen Asp. fumigatus eine gewisse Resistenz vorzuliegen. Die empirisch ermittelte Dosierungsempfehlung ist bei oraler Applikation 10 - 15 mg/kg KM/ 2 x tägl. über mindestens 14 Tage; zur Inhalation wird es mit 1 mg/ml physiologische NaCl-Lösung 1 2 x täglich vernebelt. Pharmakologische Studien bei Falken zeigten allerdings, dass auch mit 60 mg/kg KM Plasmakonzentrationen lediglich die unterste Grenze der therapeutischen Wirksamkeit erreicht wurde (Bechert et al. 2000). Bei Graupapageien konnte weder mit 15 mg/kg KM noch mit 30 mg/kg KM p.o. (Flammer 2006) eine wirksame Plasmakonzentration erreicht werden. Terbinafin ist gut gewebegängig; zurzeit sind aber beim Vogel erzielte Gewebespiegel, welche in diesem Zusammenhang von Interesse wären, noch nicht bekannt."
Wir haben aber bislang dennoch im individuellen Fall positive Erfahrungen mit Lamisil gemacht.
Über F10 schreibt Frau Krautwasser-Junghanns:
Die beiden neueren Desinfektionsmittel F10 (Interhatch) und Lufenuron (Novartis) sollen laut Erfahrungsberichten bei Verneblung von Falken (Verwoerd 2002) und Graupapageien (Chitty 2002) mit mykotischen Atemwegserkrankungen effektiv gewesen sein. Allerdings fehlen fundierte wissenschaftliche Erkenntnisse zum Einsatz dieser beiden Mittel vollständig, darüber hinaus ist deren Zusammensetzung unbekannt und somit auch eine potentielle Gefährdung für den Menschen nicht von vornherein auszuschließen (Fischer et al. 2003).
Bei der Verneblung von F10 ist also Vorsicht geboten!
Februar 2010
Ein kurzes Update: Mogli geht es sehr gut. Er hat die großen Temperaturschwankungen der letzten Monate hervorragend verkraftet. Mogli bekommt weiterhin einmal monatlich eine aufgelöste Lamisil-Tablette über den Zeitraum von circa 6 Tagen. Das Lamisil wird über Babybrei (Nutribird), Möhrensaft und Fruchtmus verabreicht. Als Moglis Lieblingsfruchtmus hat sich hier in den letzten Monaten "Hipp Erdbeere mit Himbeere in Apfel" herauskristallisiert. Lecker!

Wir haben uns einen kleinen Metalleinsatz für das Erwärmen des Breis im Wasserbad gekauft. Eine absolut lohnenswerte Anschaffung :-)

Und weil es so süß ist: Hier ein (gestelltes) Foto von Mogli, der von uns bei der Breifütterung immer einen Latz aus Zewa bekommt. Er zieht diesen Umhang übrigens freiwillig an!

