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Erlebnisse mit dem Mohrenkopfpapagei Mohrchen

Mohrchen lebte bei Helga von 2.1.1976 - 6.1.2002

Vieles, was heute zum Allgemeinwissen in der Papageien- und Sittichhaltung gehört, war damals in den 70er und 80er Jahren nahezu unbekannt: Die Beschreibung von Mohrchens Haltungsbedingungen und seiner Ernährung muss deshalb vor diesem Hintergrund gesehen werden. Für heutige Papageienhalter ist diese Beschreibung deshalb ausdrücklich nicht zur Nachahmung geeignet! Heute bestehen gesetzliche Anforderungen an die Käfiggröße von Papageien, zudem geben Fachbücher und Internetseiten viele Anregungen zur Beschäftigung und Ernährung der Vögel. Gleichzeitig existiert darüber hinaus heutzutage ein sehr großer Markt an Papageienspielzeug und adäquaten Futtermitteln. Auch das Wissen in der Tiermedizin hat sich seitdem natürlich weiterentwickelt.

Mohrchen kam am 2.1.1976 zu mir. Ich war damals 15 Jahre alt. Wie alt Mohrchen zu diesem Zeitpunkt war, weiß ich nicht. Seine Augen hatten damals schon eine gelb-orangefarbene Iris, so dass er vermutlich älter als zwei Jahre war. Er starb am 6.1.2002 - er war also 26 Jahre bei mir. Ob Mohrchen nun ein Männchen oder ein Weibchen war? Ich weiß es nicht, vermute aber das er ein Männchen war, weil er mich ab und an angebalzt hat und hat meinem Freund bzw. Partner deutlich zu verstehen gegeben hat, dass er „die erste Geige bei mir spielt“. Nun ja, das tat er ja auch, jedenfalls wäre ich nie auf die Idee gekommen ihn wegzugeben, da habe ich immer andere Wege gesucht, und wenn es nötig war, ihn für ein paar Wochen bei einem Bekannten (Besitzer eines Kakadus) in Pflege zu geben. Mohrchen war für mich nicht nur ein Mohrenkopfpapagei, nein, er war mit seinen 120 Gramm eine richtige Persönlichkeit und ein vollwertiges Familienmitglied. Er konnte deutlich zum Ausdruck bringen, was er wollte und was ihm nicht passte. Vor allem konnte er es überhaupt nicht vertragen, wenn man über ihn gelacht hat. Dann war er tödlich beleidigt. So habe ich immer eine freundliche Miene aufgesetzt, wenn ihm beispielsweise ein Flugmanöver daneben ging, oder ich bin aus dem Zimmer gegangen, wenn ich mich vor Lachen nicht halten konnte. Schließlich wollte ich es mir ja nicht mit ihm verderben.
In den nun folgenden Abschnitten möchte ich meine persönlichen Erlebnisse mit meinem „Mohrchen“ beschreiben, die mir in Erinnerung geblieben sind. Zum einen möchte ich diese Erlebnisse nicht missen, zum anderen sind sie vielleicht für andere Papageienbesitzer interessant.

Schlafengehenszeit

Ich habe Mohrchen bereits von Anfang an täglich aus seinem Käfig herausgelassen, obwohl er noch nicht zahm war. Wenn er dann abends zum Futtern in den Käfig ging, habe ich die Gelegenheit genutzt, um die Käfigtür wieder zu schließen. Das hat er natürlich bald mitbekommen und wenn ich abends in Richtung Käfig kam, während er am Futtern war, kam er schnell zur Tür gewetzt. Größere Körner oder Nüsse hat er in der Käfigtür sitzend gefuttert, damit ich ihn bloß nicht einsperren konnte. Dieses Verhalten hat er auch beibehalten, als er schon längst zahm war und ich ihn jederzeit mit der Hand fangen konnte. Nachdem das Einsperren auf diese Art recht bald nicht mehr klappte, er aber noch nicht zahm war, musste ich mir was anderes einfallen lassen, um ihn abends wieder in den Käfig zu bekommen. Dies ging so, indem ich Mohrchen einen Stock vor den Bauch hielt. Er hatte immer den Reflex, auf den Stock zu steigen, und man musste ihn damit schnell in den Käfig tragen, bevor er die Möglichkeit hatte wieder davonzufliegen. Diese Art des Einfangens klappte hervorragend. Nur einmal funktionierte sie nicht; ich war bis abends in der Schule gewesen und hatte ihn nicht wie sonst immer schon nachmittags herauslassen können, sondern erst abends, so gegen 18 Uhr. Als ich ihn dann so gegen 22 Uhr wieder einfangen wollte, war er der Meinung, noch nicht genügend Freiflug gehabt zu haben. Jedes Mal, wenn ich ihn auf dem Stock in den Käfig bringen wollte, ist er mit einem Triumphruf davongeflogen (auf den Schrank, auf die Lampe etc.). Das Ende von dem Lied war, dass mein Vater, meine Mutter und ich ca. eine dreiviertel Stunde lang Fangen mit ihm „gespielt“ haben, bis es ihm gereicht hat und er sich in den Käfig bringen ließ.

Arbeitstherapie

Jeden Mittag, wenn ich aus der Schule kam, durfte Mohrchen aus dem Käfig. In meinem Zimmer hatte ich an der Wand einen Setzkasten mit kleinen Figuren. Dieser Setzkasten hatte es ihm einfach angetan. Sobald ich ihn nur kurz alleine ließ, hing er an dem Setzkasten, um die Figürchen herauszuschmeißen. Er fand es einfach toll, dass es so polterte, wenn die Figürchen auf den Boden fielen. Ich habe dann ein Tuch vor den Setzkasten gehängt. Dies hatte aber nur zur Folge, dass er sich auf den Setzkasten setzte, um dieses Tuch herunter zu knabbern und sich wieder an den Figürchen zu schaffen zu machen. Auch das Umhängen des Setzkastens an das andere Ende des Zimmers hinter die Tür brachte nur zwei Tage „Verschnaufpause“ für die Figürchen. Also verschwand der Setzkasten samt Figürchen.
Einmal hat meine Mutter ein Alpenveilchen in mein Zimmer gestellt. Es hatte bestimmt zwanzig schöne Blätter. Nun ja, ich war nur einmal für zwei Minuten aus dem Zimmer gegangen, da fand ich Mohrchen an der Blume vor und von den Blättern waren nur noch drei Stück übrig. Die anderen hatte er fein säuberlich direkt über der Erde abgeknipst. Also verschwand das Alpenveilchen, und meine Mutter päppelte es wieder auf.
Bei seinen Freigängen in meinem Zimmer saß er immer sehr gerne auf meiner Schreibtischlampe. Dies war eine Lampe mit Teleskoparm und einem Lampenschirm in Birnenform mit dem Schaltknopf oben auf dem Lampenschirm. Mohrchen konnte dort stundenlang sitzen, obwohl die Lampe sehr heiß wurde und er sich nur mit einer Kralle an diesen Schaltknopf festhalten konnte. Seine Krallen waren immer sehr heiß, wenn man ihn dort wegholte. Direkt am oberen Ende des Lampenschirms ging das Kabel vom Teleskoparm hinein. Als meine Mutter ihn eines Tages herausließ, während ich noch in der Schule war, knabberte Mohrchen dieses Kabel so gründlich an, dass es einen Kurzschluss gab und die Hauptsicherung heraus sprang. Meine Mutter fand Mohrchen auf dem Käfig sitzend vor, und er tat so, als ob nichts gewesen wäre, klapperte aber die ganze Zeit mit seinem Schnabel. Er hat noch zwei Stunden so da gesessen und Glück gehabt, dass ihm nichts weiter passiert ist. Da Mohrchen später, nachdem die Lampe repariert war, erneut daran herumnagte, gab es nur eine Lösung: Die Lampe wurde ausgetauscht!
Später, als ich gearbeitet habe, hatte sein Käfig immer einen Platz am Fenster, damit er herausgucken konnte. Vorbeifahrenden Radfahrern oder Autos zuzuschauen, fand er interessant. Dies alleine reichte natürlich nicht. So versuchte ich es mit verschiedenen Dingen: Klopapierrollen zerlegte er zu schnell. An harten Sachen wie Holz verlor er recht zügig die Geduld, weil er nicht schnell einen Erfolg sah. Er brauchte immer „Arbeitswerkzeug“, bei dem er möglichst schnell sah, „was er geschafft hatte“. Neben Korken stellten sich Eierkartons dazu als ideal heraus, und ich hatte das Problem, sie in genügender Menge herbeizuschaffen. Die Eierkartons etwas zerdrückt und zwischen das Käfiggitter geklemmt - da hüpfte er von seiner Stange begeistert an das Gitter, um gleich daran zu arbeiten und den Karton in handliche kleine Schnipsel zu zerlegen. Seine Vorliebe für die Eierkartons hat er bis auf ca. das letzte Jahr seines Lebens beibehalten. Dies war auch so ein „Meilenstein“ seines Lebens: Als ich ihm einen Karton in den Käfig steckte, kletterte er zwar wieder an das Gitter, knabberte aber nur ein ganz wenig und ging dann wieder auf die Stange zurück. Er schaute mich dabei an, als wollte er sagen „Ich würde ja so gerne, aber es geht nicht mehr“. Dies war ein sehr trauriger Moment für mich.

Mohrchen wird zahm

Mohrchens Käfig war mit einem Halter an der Wand befestigt, so dass er im Käfig in Augenhöhe mit mir war; wenn er auf dem Käfig saß, konnte er ein wenig auf mich herab schauen. Er fand das toll und ließ nach ein paar Monaten zu, das ich ein bisschen anfassen konnte, erst an seinem Schnabel, später auch am Köpfchen. Ansonsten habe ich ihn einfach in Ruhe gelassen und nie gezwungen, zu mir kommen zu müssen. Eines Tages, ich hatte ihn ca. ein Jahr, da stand ich vor seinem Käfig und unterhielt mich mit ihm. Er saß auf dem Käfig, und ich hatte den Eindruck, als wollte er auf meine Schulter fliegen. Er machte Anstalten loszufliegen, zuckte dann wieder zurück und marschierte piepsend eine Runde auf seinem Käfig umher. Ich lobte ihn und versuchte ihn, zu animieren. Dieses 'Spiel' ging so ca. eine dreiviertel Stunde lang, und dann hat er sich wirklich getraut und ist auf meine Schulter geflogen. Von da an war das Eis gebrochen und er wurde sehr schnell ganz zahm. Ich konnte ihn bald überall kraulen, sogar unter den Flügeln. Nur am Bauch gekrault zu werden, das mochte er nie. Später liebte er es, wenn man mit mehreren Fingern sein Köpfchen gekrabbelt hat, und zwar gegen den Strich. Er hat dann extra seine Federn ganz locker gemacht. Man konnte ihn auch nur mit einem Finger kraulen, und er hat dann selber sein Köpfchen so gedreht, dass man genau die Stelle gekrault hat, die ihm gerade am meisten gefiel. Er wurde eine richtige Schmusekatze und kuschelte sich abends gerne an meine Schulter. Manchmal ist er sogar beinahe heruntergepurzelt (wenn ich ihn nicht aufgefangen hätte), weil er da so entspannt lag, und ich mich bewegt habe. Es gefiel ihm auch, wenn er meine Hand als Höhle benutzen und sich so richtig schön hineinkuscheln konnte. Dies konnte er gut stundenlang aushalten. Mohrchen hat mich in seinem ganzen Leben nur einmal so gebissen, dass es richtig geblutet hat. Das war zu der Zeit, als er noch nicht zahm gewesen war. Später hat er höchstens so gezwickt, das ein Abdruck von seinem Schnabel in meinem Finger war, so als ob er mir zu verstehen geben wollte, dass ich nun zu weit gegangen bin. Wie er es geschafft hat, seine Kraft so zu dosieren, hat mich unheimlich fasziniert. Nur ganz selten ist es ihm nicht geglückt, so dass der „Abdruck“ doch ein bisschen geblutet hat. Es war ihm dann sichtlich peinlich, und ich musste danach immer zugeben, dass ich ihm keine Schuld daran geben konnte.

Stubenrein

Ich konnte Mohrchen dazu erziehen, das er fast stubenrein war. Wenn er mal auf meiner Schulter saß und unruhig wurde, habe ich ihn auf den Käfig gesetzt und gelobt, wenn er dort ‚was’ fallen ließ. Passierte ihm dies auf meiner Schulter, so musste er für eine Weile in den Käfig zum Strafsitzen. Wenn er aus dem Käfig kam, musste er erst auf dem Käfig sitzend etwas fallen lassen, bevor er auf meine Schulter durfte. Ich habe ihm das deutlich gemacht, indem ich es ihm gesagt habe und mit dem Finger gezeigt habe, was er tun soll. Daraus haben sich manchmal ganz komische Situationen ergeben. Wenn Mohrchen es eilig hatte, auf meine Schulter zu kommen, kletterte er eilig auf den Käfig, ließ etwas fallen und flog dann sofort auf meine Schulter. Dies war ein kontinuierlicher Bewegungsablauf. Manchmal „musste“ er halt nicht und zeigte mir dass an, indem er „so tat als ob“ mit einem Blick „Du siehst doch, ich muss nicht“. Aber manchmal war es bei ihm so wie bei kleinen Kindern.
War er abgelenkt oder freute sich sehr, wenn ich nach einer Abwesenheit wieder da war, dann vergaß Mohrchen es einfach, rechtzeitig zurück zum Käfig oder Kletterbaum zu fliegen. Es ist auch passiert, dass er auf meiner Schulter sitzend etwas fallen ließ und dann von sich aus auf den Käfig geflogen ist, bevor ich reagieren konnte. Manchmal war er auch so dreist und ist von meiner Schulter herübergeklettert zu meinem Lebenspartner, hat da was fallen lassen und ist dann wieder zurückgekommen. Er hatte auch mit der Zeit eine geschickte Technik entwickelt und seinen Hintern möglichst so weggestreckt, dass ich es nicht sofort gemerkt habe, wenn er etwas fallen ließ. Wenn ich es dann zu spät bemerkt habe, konnte ich ihn schlecht rügen. 

Der Kletterbaum

Als ich meine eigene Wohnung hatte und Mohrchen das ein oder andere Mal im Wohnzimmerschrank erwischte, habe ich ihm einen Kletterbaum organisiert, einen ca. 2 Meter hohen Ast einer Korkenzieherweide. Den Ast habe ich mit einem Weihnachtsbaumständer in einem alten Blumentrog mit Sand befestigt. Als ich Mohrchen das erste Mal auf diesen Baum setzte, leuchteten seine Augen, aber er traute sich nicht zu knabbern. Ich redete mit ihm, dass es sein neuer Kletterbaum sei, und Mohrchen knabberte ganz vorsichtig daran mit ängstlichem Blick auf mich („schimpft sie jetzt mit mir?“). Ich bestärkte ihn nochmals mit Worten und dann war der Bann gebrochen. Er entrindete dann gleich ein Stück von einem Zweig. Der Kletterbaum wurde sein liebster Platz, auf den er sich setzte, sobald er aus dem Käfig durfte. Auch für seine Nickerchen hat er den Baum benutzt. Als ich den Kletterbaum das erste Mal ausgetauscht habe, und den alten Baum einfach absägte, saß Mohrchen mit entgeistertem Blick in seinem Käfig, als wollte er sagen „Was in aller Welt habe ich ausgefressen, dass ihr mir meinem Baum wegnehmt?“. Als er sah, wie wir den neuen Ast eingesetzt haben, war er sichtlich erleichtert. Seitdem hat er immer einen Kletterbaum gehabt, auch wenn der zur „Freude“ der Möbelpacker („der Baum da muss mit!“) mit umziehen musste.

Mohrchen als Reisevogel

Mit der Zeit hat sich Mohrchen zu einem richtigen Reisevogel entwickelt. Als er das erste Mal länger mit dem Auto fahren musste (ich bin in meine erste Wohnung gezogen, ca. 300 km von zu Hause weg), war es ihm noch sehr unangenehm. Ich habe ihn in seinem Käfig auf dem Beifahrersitz befestigt und die ganze Zeit mit ihm geredet, um ihn zu beruhigen. Er schaute ängstlich auf jeden LKW, den wir überholt haben und wollte nichts fressen oder trinken. Also habe ich zugesehen, das wir möglichst schnell ans Ziel kamen (zumal es an dem Tag ziemlich warm war) und ihn dort in eine ruhige schattige Ecke auf den Balkon gestellt, während die Möbelpacker am Arbeiten waren. Was war ich froh, als Mohrchen nach ungefähr vier Stunden, die er völlig schweigsam und regungslos verbrachte, endlich den ersten Piepser tat!
Später haben ihm diese Autofahrten nichts ausgemacht. Ich hatte den Eindruck, das er es toll fand, mit dabei sein zu dürfen. Er hat während der Fahrt gefressen und getrunken (so wie kleine Kinder hat er direkt nach dem Losfahren damit angefangen) und manchmal sogar ein Nickerchen gemacht. Er hat aber darauf „bestanden“, dass ich vorsichtig und ruhige Strecken fuhr; über Schlaglöcher „beschwerte“ er sich mit protestierenden Pfiffen.

Mohrchens Speiseplan

In einem Punkt war Mohr überhaupt kein Papagei. Er mochte weder frisches Obst noch Gemüse. Er schaute dies höchstens mit einem „Igitt“-Blick an und verkrümelte sich in die andere Käfigecke. Vor vielen Sachen wie z.B. Weintrauben (grüne oder rote), Tomaten etc. geriet er sogar in Panik. Seine Angst war besonders groß bei rotem Obst oder Gemüse. Wehe, wir hatten mal rote Weintrauben. Sobald er sie sah, wurde er ganz schmal und starrte in ihre Richtung. Da half es auch nichts, wenn man sie abdeckte. Er schaute dann trotzdem in die Richtung so nach dem Motto „veräppelt mich nicht; ich weiß, dass sie immer noch da sind“. Vor Kartoffeln und Champignons hatte er ebenfalls Angst, aber erstaunlicherweise nicht immer. Es gab Monate, da hatte er fürchterliche Angst davor; dann gab es wieder monatelange Phasen, in denen er keine Angst davor hatte. Als Ausgleich hat Mohrchen sein Leben lang täglich Vitamintropfen in das Trinkwasser bekommen. Auch wenn ich aus heutiger Sicht weiß, dass seine Ernährung viel zu einseitig war, kann sie so schlecht nicht gewesen sein, da er immerhin 26 Jahre bei mir war.  Erdnüsse mochte er für sein Leben gern. Er bekam jeden Tag genau zwei Stück in seinem Futter.

Irgendwann boten wir ihm Zwieback an, den er ein paar Jahre lang sehr gerne mochte. Irgendwann „konnte er ihn nicht mehr sehen“ und entdeckte seine Leidenschaft für Toastbrot (natürlich getoastet). Die letzten Jahre seines Lebens bekam er jeden Morgen zwei kleine Stückchen Toastbrot. Zwischenzeitlich hatten wir zwar unsere Frühstücksgewohnheiten geändert und andere Sachen gefrühstückt, aber wir haben trotzdem immer für Mohrchen eine Scheibe Toast getoastet!!! Er hat sich deutlich beschwert, wenn ich das mal vergessen hatte, und man sollte bloß nicht glauben, ihn nur mit einem Stückchen abfertigen zu können; er konnte ganz genau bis zwei zählen!!! Dies hat auch meine Mutter gemerkt, als sie ihn während meines Urlaubs versorgt hatte. Sie wusste, dass er Toast bekam, aber ich hatte vergessen, ihr zu sagen, das er zwei Stückchen erhielt. Er hatte bei ihr solange einen Aufstand gemacht, bis er auch das zweite Stück bekam. Mohrchen hat bald Geschmack an Fruchtjoghurt gefunden. Bei der Geschmacksrichtung war er aber wählerisch - es musste süß sein. Er hat sehr schnell begriffen, das er etwas bekommt, wenn ich mit dem Joghurt fertig bin. Er kam dann sofort angewetzt, um sich eine Löffelspitze voll zu holen. Allerdings durfte kein Fruchtstückchen enthalten sein, das hat er dann erst mal durch die Gegend geschleudert. Besonders ärgerlich war es für ihn, wenn er in seiner Gier vergaß, vorher auf den Käfig zu gehen, um sein Geschäftchen zu erledigen, und er - statt Joghurt zu bekommen - eine Runde Strafsitzen musste. Ich hatte den Eindruck, dass er sich über sich selbst mehr ärgerte als über mich, dass ich ihn eingesperrt habe.

Mohrchen hat mit der Zeit Nachtischschälchen erkannt und v.a. ihren Inhalt schätzen gelernt, da ich ihm öfters eine kleine Löffelspitze gegeben habe, wenn das Schälchen leer war. Sobald man ein solches Schälchen in der Hand hatte und es fast leer war, war er nicht mehr zu halten. Bei der ersten gemeinsamen Geburtstagsfeier meines Partners, die wir in seiner Wohnung feierten (wir wohnten damals noch nicht zusammen), habe ich Mohrchen mitgenommen, damit er nicht den ganzen Abend alleine ist. Da die anwesenden Gäste keine Angst hatten, durfte Mohrchen auch aus dem Käfig und blieb brav bei mir auf der Schulter sitzen. Bis, ja bis wir dann den Nachtisch zu uns nahmen - Eis mit heißen Himbeeren. Da obsiegte die Gier über die Scheu, und obwohl er die Anwesenden vorher nicht kannte, ist er von Gast zu Gast auf die Schulter gehüpft und hat sein Löffelspitzchen voll eingefordert. Nachdem er bei dem Einen fertig war, ist er sofort zum Nächsten gewandert, bis er die Runde abgeklappert hatte und wieder zu mir kam. Was Mohrchen auch sehr gerne mochte, war Erdbeermilch. Ich habe sehr gerne frische gezuckerte Erdbeeren in Milch gegessen und er war immer scharf darauf ein Löffelchen von der restlichen Milch zu bekommen. Es durfte natürlich kein Stückchen Erdbeere mehr darin sein.

Igitt, Wasser ist ja nass

Baden oder besprüht werden mochte Mohrchen überhaupt nicht. Im ersten Sommer, den er bei mir war, war es sehr heiß, und ich wollte ihm eine Freude machen und ihn mit einer Blumenspritze besprühen. Das Ergebnis war eine Jagd durch das ganze Zimmer, so dass ich diese Versuche lieber unterließ, um ihn nicht zu erschrecken. Mohrchen hatte ein Badehäuschen, das in die Käfigtür eingehängt werden konnte. In den ersten Jahren hat er dies sehr sporadisch benutzt und zwar nur dann, wenn es sehr heiß war und er sich unbeobachtet gefühlt hat. Später hat er es nur zum Trinken benutzt. Später hat er selber beschlossen, wann Planschzeit ist und hat dann den Trinknapf benutzt. Manchmal hatte ich den Eindruck, das er das Baden im Trinknapf auch dazu genutzt hat, um sich an mir zu rächen, wenn ich ihn zum Beispiel nicht aus dem Käfig ließ oder mal wieder eine Runde Strafsitzen fällig war. Im Sommer wenn Mohrchen auf den Balkon stand und er den Eindruck hatte, da könne ein Gewitter aufziehen und innerhalb der nächsten halben Stunde ein Tröpfchen in seine Richtung fallen, fing er das Gezeter an, bis man ihn herein holte. Als Schutz vor der direkten Sonne wurde ein Tuch oder eine Zeitschrift auf den Käfig gelegt, damit immer ein Teil des Käfigs im Schatten war. Mohrchen hat immer (mit lautem Gezeter) darauf bestanden, dass ich etwas auf den Käfig legte, egal ob nun der Käfig in der Sonne stand oder im Schatten.

Katzenalarm

Meine zweite Wohnung war eine Erdgeschosswohnung. Sobald ich Mohrchen auf die Terrasse gestellt hatte, bestand er darauf, dass ich mich neben ihn setzte und auf ihn aufpasste. Einmal tauchte tatsächlich eine Katze auf. Ich sah sie noch nicht, merkte aber an Mohrchens Körperhaltung, dass eine Katze in der Nähe sein musste. Als ich die Katze vertrieben hatte, saß Mohrchen richtig zufrieden in seinem Käfig, als sei er stolz, so bewacht zu werden. Auch als ich später wieder in Wohnungen lebte, die im ersten oder zweiten Stock lagen und die somit katzensicher waren, hat Mohrchen weiterhin darauf bestanden, dass ich mich neben ihn setzte: Es könnte ja eine Katze „angeflogen“ kommen. In den letzten zwei Jahren seines Lebens wollte Mohrchen nicht mehr auf den Balkon in das Freie, irgendwie erschien ihm das zu gefährlich. In besagter Erdgeschosswohnung muss einmal beim Lüften eine Katze in das Wohnzimmer gekommen sein. Bis ich auf Mohrchens Gezeter hin in das Wohnzimmer kam, war die Katze jedoch schon wieder weg. Aber die Spuren auf dem Fernseher, der in der Nähe des Käfigs stand, zeigten eindeutig Dreckspuren von Pfoten. Ich fand auch Kotspuren von Mohrchen auf dem Boden: Er muss aus dem Käfig heraus auf die Katze gezielt haben, so nach dem Motto „ich scheiß auf Dich“. Ich habe ihn dann getröstet und erklärt, dass die Katze weg sei; er machte mir aber durch sein Verhalten deutlich, dass ich ihm das zeigen müsste. Also bin ich mit Mohrchen auf der Schulter in jedes Zimmer der Wohnung, auch in die Toilette und Abstellkammer (er bestand darauf), damit er sich überzeugen konnte, dass die Katze weg war. Als wir den Rundgang beendet hatten, wirkte Mohrchen erleichtert und zufrieden.

Eifersucht

Während meines Studiums hat meine Mutter unter der Woche Mohrchen versorgt. Sobald ich am Wochenende nach Hause kam, hat dieser mich jedes Mal freudig begrüßt. Meine Mutter hatte sich inzwischen einen Hund, ein Cockerspaniel, zugelegt. Mohrchen und der Hund tolerierten sich gegenseitig, bis sich eines Tages der Cocker über die Erdnüsse von Mohrchen hergemacht hat und alle Erdnüsse aufgeknackt und teilweise gefuttert hatte. Der arme Mohr saß im Käfig und musste dabei tatenlos zusehen. Ab diesem Zeitpunkt war es mit seiner Toleranz vorbei, und er fauchte jedes Mal, wenn der Hund in die Nähe des Käfigs kam. Meinem Lebenspartner Alfred gegenüber war er zwar nicht aggressiv, aber Mohrchen gab Alfred deutlich zu verstehen, dass er seiner Meinung nach die älteren Rechte hatte. Wenn ich da war, gab es wenig Probleme: Mohrchen zwickte Alfred höchstens einmal dreist in das Ohrläppchen, einmal sogar in den dicken Zeh (nur leicht, so dass es nicht geblutet hat). Nach solchen Aktionen flog Mohrchen aber sofort weg, weil er genau wusste, dass er das nicht durfte. Andererseits, wenn ich zu tun hatte und Alfred auf dem Sofa lag, setzte sich Mohrchen gerne auf seine Schulter und machte es sich da so richtig bequem. Beide lagen dann da und dösten vor sich hin. Ein richtig nettes Bild war das. War ich mal auf Dienstreise und abends nicht da, machte Mohrchen einen richtig miesgelaunten Eindruck und lies dies an Alfred aus, so nach dem Motto „du bist Schuld, dass sie nicht da ist“. Er wollte an solchen Abenden auch gar nicht aus dem Käfig heraus.

Mohrchens Musikgeschmack

Mohrchens Musikgeschmack fand ich unmöglich: Er war ein absoluter Blasmusik-Fan. Sobald irgendwo Blasmusik spielte wie z.B. im Fernsehen, fand er es einfach toll. Er duckte sich dann und schaute ganz aufgeregt in die Richtung, aus der die Musik kam. Einige Jahre wohnte ich in einem Ort am Bodensee, in dem jährlich an einem Wochenende ein Weinfest stattfand. Meine Wohnung war nur ca. 100 Meter von der Ortsmitte entfernt, wo die Band und Tanzfläche aufgestellt waren. Mohrchen fand das toll und schaute begeistert in die Richtung, aus der die Musik kam (sehen konnte er sie nicht, weil Büsche dazwischen waren). Mohrchen fand es auch toll, wenn man mit ihm auf der Schulter vorsichtig getanzt hat (na ja, sich im Takt ein wenig bewegt hat).

Mohrchens Stimmenänderung

Mohrchen konnte sehr melodische Laute und leise Töne von sich geben. Wenn er eine Runde flog, hat er diese mit einem lauten melodischen Ruf, einer Art Triumphruf, kommentiert. In den letzten Jahren seines Lebens (ich weiß nicht mehr genau seit wann, aber sicher die letzten fünf Jahre) gab er keine melodischen Töne mehr von sich, sondern nur noch ein ziemlich dissonantes Quäken. Leisere Töne waren nur noch einfache Piepser. Ob sich die Stimme von Papageien mit dem Alter verändert?

Mohrchen ist krank

Ziemlich zu Anfang, so ca. nach zwei Jahren hat Mohrchen sich eine fürchterliche Erkältung zugezogen, als ich gerade zum Schulausflug weg war. Meine Mutter ist sofort mit ihm zum Tierarzt, der ihm ein Antibiotikum verordnet hat - damals waren das noch Mittel, die man über das Trinkwasser verabreichte. Mit dem Antibiotikum und mit viel Rotlicht ist Mohrchen wieder gesund geworden; er hat jedoch ein deformiertes Nasenloch zurückbehalten. Er hat für den Rest seines Lebens durch dieses Nasenloch nicht mehr atmen können, was ihn jedoch m.E. zum Glück aber nicht besonders gestört oder behindert hat.

Als er Monate später wieder anfing zu niesen, gerieten wir richtig in Panik. Inzwischen hatten wir einen Artikel gelesen, der für solche Fälle empfahl, den Papageien an einem Wattestäbchen getränkt in Rum knabbern zu lassen. Da wir gerade keinen Rum griffbereit hatten, probierten wir es mit einem Wattestäbchen voll Cognac. Dies hatte leider keinen Erfolg, Mohrchen nieste weiter. Wir fanden dann doch noch eine Flasche (sehr hochprozentigen) Rum und gaben ihm davon ein Wattestäbchen voll. Das Niesen hörte blitzartig auf, aber das arme Tier hatte dann „einen in der Krone“. Er saß wankend auf seiner Stange und zog es dann vor, auf dem Käfigboden zu übernachten. Am nächsten Morgen hockte der Mohr wieder auf seiner Stange und schaute uns so an, als hätte er einen riesigen Kater und wollte uns sagen „sprecht nicht so laut mit mir“. Aber wie schon gesagt, die Erkältung war sofort weg. Als er dann mitbekam, dass dieses Zeug, das wir ihm verpasst haben, von uns aus Cognac- bzw. Schnapsgläsern getrunken wurde, rannte Mohrchen immer weg, wenn wir ein solches Glas in seine Nähe hielten. Damit wollte er nichts mehr zu tun haben! Zum Glück war er dann, bis auf die letzten Jahre seines Lebens nie mehr krank.

Im Jahr 1998, pünktlich am Freitagabend vor Pfingsten, hatte Mohrchen plötzlich ein dick angeschwollenes Auge. Dadurch konnte er nicht mehr richtig sehen und so endete jedes Flugmanöver mit einer Bruchlandung. Also sind wir Samstag morgen mit ihm zum tierärztlichen Notdienst. Der gab uns eine Augensalbe (unser Tierarzt meinte später dazu, dass sie nicht schaden, aber auch nicht helfen würde) und in einer Spritze etwas Hustensaft (für Kinder) mit einem Antibiotikum. Leider war dieser Hustensaft von roter Farbe. Da nun Mohrchen vor Essen oder Getränken von roter Farbe panische Angst hatte, war es nicht möglich, ihm den Hustensaft zu verabreichen. Ich habe es einmal versucht und dann lieber unterlassen, um ihn nicht zu verängstigen. Nach Pfingsten gingen wir zu unserem Tierarzt, und es waren mehrere Besuche und eine kräftige Augencreme nötig, bis die Sache überstanden war.

Eines Tages im Juni 2000 wurde Mohrchen plötzlich heiser. Ich habe es daran gemerkt, dass er morgens sich nicht wie sonst beschwert hat, dass er pünktlich sein Frühstück bekommt. Er war still und als ich ihn mir anschaute, merkte ich, das er zwar sein Schnäbelchen öffnete, um zu krakeelen, aber es kam kein Ton heraus. Da war ein Besuch beim Tierarzt fällig, der ihm ein Antibiotikum spritzte mit der Maßgabe, dass es spätestens nach zwei Tagen wieder besser sein sollte. Dies war aber nicht so: Also wurde nun ein Antibiotikum verordnet, dass ich ihm zweimal täglich mit einer kleinen Spritze in den Schnabel verabreichen musste. Als ich ihm das Antibiotikum das erste Mal verabreichte, war dies kein großes Problem, aber dann schon: Sobald Mohrchen die Spritze sah (die ich vorher in der Küche vorbereitet hatte und hinter dem Rücken versteckt hielt), wollte er sich verkrümeln. Als ich Mohrchen dann gefangen und ihn in ein Frottehandtuch gewickelt hatte, ging der Spaß erst richtig los: Er schaffte es immer wieder seine dicke Zunge in die kleine Kanüle zu stecken, und ich musste jonglieren, damit ich den Inhalt der Spritze in sein Schnäbelchen bekam. Die Behandlung musste ich eine gute Woche durchführen, bis Mohrchen endlich wieder ein Krächzen (noch sehr heiser) von sich gab. Er war darüber genauso froh wie ich. Er erprobte mehrmals seine Stimme, indem er immer wieder krächzte, und ich hatte den Eindruck, dass er jedes Mal sehr erfreut feststellte, dass er wieder Töne von sich geben konnte.

Im April 2001 hatte Mohrchen, zwischenzeitlich mindestens 25 Jahre alt, wieder Probleme mit seinem rechten Auge. Auch sein Allgemeinzustand war sehr schlecht. Er war abgemagert und hockte nur dösend auf der Stange. Flugmanöver endeten mit einer Bruchlandung, so dass ich ihn beim Freiflug immer schnell abgeholt und auf meine Schulter gesetzt habe, bevor er Anstalten machte, zu mir zu fliegen. Das von der Tierärztin verordnete Antibiotikum half nicht, so dass sie uns einen Besuch in der Tierklinik Hohenheim empfahl. Auch die dortige Tierärztin war begeistert, wie zahm Mohrchen war und wie brav er bei der Untersuchung stillhielt. Wir bekamen ein anderes Antibiotikum und ein Aufbaupräparat verordnet, und nach ein paar Tagen ging es wieder aufwärts, und Mohrchen wurde wieder ein munterer Vogel. Auch das Fliegen klappte wieder ohne Bruchlandungen.

Leider dauerte dies nur bis zum Dezember 2001 an. Wir waren im Urlaub gewesen und als wir Mohrchen abholten, merkte ich sofort, dass etwas nicht stimmte. Er konnte sein rechtes Beinchen nicht mehr belasten und wollte deswegen nicht mehr auf der Schulter sitzen, sondern legte sich in Armbeuge. Im Käfig konnte er auch nicht mehr die ganze Zeit auf dem linken Beinchen sitzen und deshalb ging er oft auf den Käfigboden, um sich in eine Käfigecke zu legen und die beiden Seiten als Stütze zu benutzen. Zum Fressen konnte er das Beinchen noch benutzen, aber ich vermute. dass es ihm Schmerzen bereitet hatte. Also, wieder zum Tierarzt. Bisher war es bei den Transporten zum Tierarzt immer möglich, Mohrchen in seinem Käfig zu transportieren. Dies ging dieses Mal allerdings nicht mehr, weil er sich ja nicht mehr richtig festhalten konnte. Deshalb wickelte ich ihn in ein Frottetuch und setzte ihn in eine Einkaufstasche, die ich mit einem Tuch abdeckte. Er verhielt sich absolut ruhig, ja beim Tierarzt musste ich ihn wecken, weil er friedlich geschlummert hatte. Auf der Rückfahrt war Mohrchen aber wach und so fuhr ich mit einer piepsenden Tasche wieder nach Hause. Die Tierärztin machte uns wenig Hoffnung. Als ich Mohrchen auf dem Tisch absetzte, hinkte er zur Tierärztin und zog sich langsam ihren Arm herauf, um sich auf die Schulter zu setzen. Es sah so aus, als wollte er sagen „Du hast mich bisher immer wieder gesund gemacht; also machst Du es auch dieses mal“. Damit Mohrchen nicht nur auf dem Käfigboden sitzen musste, fertigten wir aus einem Stück Korkrinde eine kleine Plattform als Bettchen an. Als ich Mohrchen darauf setzte, war er sofort einverstanden. Ich habe dann noch ein Papiertuch darauf gelegt und so konnten seine Geschäftchen problemlos beseitigt werden. Er saß dann sehr gerne auf dieser Plattform, es sei denn ich habe nicht schnell genug das Papiertuch ausgewechselt. Bis zum Schluss wollte er jeden Abend raus und auf meinem Arm liegen. Ich habe ihn immer geholt, weil das Fliegen bzw. die Landungen nicht mehr klappten. Er konnte meistens die Höhe nicht mehr richtig einschätzen und beim Landen behinderte ihn ja sein Beinchen.

Am Morgen des sechsten Januar 2002 fand ich ihn tot auf seinem Bettchen vor. Er hockte da, nur sein Köpfchen war zur Seite gefallen. Er war schon steif, und ich war sehr traurig, obwohl ich wusste, dass es nicht mehr lange gut gehen konnte. Wenigstens musste Mohrchen nicht allzu viel leiden, sondern ist friedlich, nach 26 erfüllten Jahren, die er mit mir verbracht hatte, entschlummert.