Poicephalus
| Unterschiedliche Lerntypen |
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Mittlerweile konnten wir feststellen, dass Mogli und Ali unterschiedlich lernen und Aufgaben unterschiedlich bewältigen. Mogli lernt leicht und ist motiviert, neue Aufgaben zu bewältigen. Ali lernt durch Nachahmung und Imitation. Lerntyp MogliMogli ist hochmotiviert und versucht, gemeinsam mit dem Trainer, Aufgaben zu erkennen und zu lernen. Wird eine neue Aufgabe gestellt, gehen wir wie folgt vor:
Dieses Vorgehen ist die klassische Methode, die beim Clickertraining beschrieben wird. Mogli lernt so sehr schnell und hat größten Spaß bei der Sache. Lerntyp AliGanz anders jedoch lernt Ali: Sie übernimmt neue Übungen allein durch Imitation von Mogli. Sie folgt dem Targetstick lediglich in den ihr bereits bekannten Übungen. Neue Aufgaben sind bei Ali nicht über den Targetstick anzubahnen. Als Beispiel können wir hier zwei Situationen benennen: Hüpfen von Sparschwein zu SparschweinHier war Ali von Anfang an hochmotiviert. Tagelang jedoch hüpfte sie von einem Sparschein auf den Tisch, lief über die Tischplatte und kletterte auf das andere Sparschwein. Natürlich wurde auch dies von uns belohnt und verstärkt, schließlich hatte sie ja die Aufgabe auf ihre Weise (wenn auch kompliziert) gelöst. Wir konnten Ali jedoch nicht zum Fliegen der Wegstrecke motivieren. Irgendwann setzte sich Mogli auf das eine Sparschwein. Auf das Kommando "Hüpf" überwand er die Wegstrecke zum nächsten Schwein fliegend. Dies wurde von uns natürlich belohnt und verstärkt. Ali war sehr interessiert. Im Anschluss daran flog sie die Wegstrecke erstmalig. Mittlerweile überwindet Ali die Wegstrecke nur noch fliegend. Drehen mit Gegenstand im SchnabelUm Ali auch neue Aufgaben zu geben, entschieden wir uns für die Übung "Drehen mit Gegenstand im Schnabel". Ali nahm hochmotiviert den Gegenstand in den Schnabel, z.B. ein Jeton oder einen kleinen Plastikring. Beim Kommando "Drehen" ließ sie den Gegenstand sofort fallen und drehte sich. Am Erlernen der neuen Übung hatte sie kein Interesse: Den Ring warf sie schnellstmöglich von sich, sobald er ihr angeboten wurde. Wir entschieden uns folglich, Mogli als Motivator einzusetzen: Mogli drehte sich problemlos mit dem Gegenstand im Schnabel. Dies wurde dann mit viel Enthusiasmus belohnt. Nach sehr kurzer Zeit begann Ali ebenfalls den Gegenstand im Schnabel zu behalten und sich zu drehen. Am Anfang war die Drehung nur um 180°, dann ließ sie den Gegenstand fallen. Mittlerweile kann Ali eine 360° Drehung mit Gegenstand durchführen. Zwei Mohrenkopfpapageien im ClickertrainingDie beiden Mohren Mogli und Ali bereichern sich also gegenseitig beim Erlernen neuer Übungen. Ali profitiert von Mogli, indem sie sich Übungen abschaut und nachahmt. Mogli hingegen ist sehr eifersüchtig und jedes Lob an Ali spornt ihn zu weiteren Leistungen an. Als Ali sich beispielsweise erstmalig mit Gegenstand drehte, wurde sie von uns natürlich sehr gelobt (Ann Castro nennt dies Jackpot). Ali bekam von uns also verbal einen Jackpot! Mogli schaute sich das ganze zweimal an, bekam kleine Pupillen und drehte sich dann unaufgefordert mit seinem Gegenstand im Schnabel. Die Mohren fördern und fordern sich also gegenseitig beim Clickertraining. Bei Ali ließe sich vermuten, dass sie kein Interesse an neuen Übungen hat und deshalb nicht motiviert ist. Stattdessen fehlt ihr aber das Vorstellungsvermögen, was der Trainer von ihr möchte. Sieht sie allerdings bei ihrem Partnervogel, wie eine neue Übung aussehen könnte, dann setzt sie diese bereitwillig um. |
