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Aspergillose bei Mohrenkopfpapageien
Infos zur Aspergillose

Im Juni 2002 fiel uns auf, dass Mogli nach kürzeren Flugstrecken häufig mit geöffnetem Schnabel atmete. Oftmals konnte man auch seine Atemgeräusche hören. Daraufhin suchten wir einen Papageienspezialisten auf. Mogli wurde geröntgt, und die Tierärztin stellte bei ihm eine Verpilzung des Luftsacks fest. Diagnose: ASPERGILLOSE ! Bei Ali wurde ein Rachenabstrich gemacht und untersucht: Sie war gesund.

Zusatz 2008: Eine gesicherte Diagnose der Aspergillose ist nur mit einer Blutanalyse und einer endoskopischen Untersuchung möglich. Während der Endoskopie können auch kleinere Granulome operativ entfernt werden.

Was ist Aspergillose?

Aspergillose ist eine sehr häufig anzutreffende Krankheit bei Papageien und Sittichen in Wohnungshaltung. Ausgelöst wird sie durch Schimmelpilze (Aspergillen), die tagtäglich um uns herum sind (Fachsprache: ubiquitär). Ein gesunder Organismus kommt mit diesen Schimmelpilzen klar. Damit ein Vogel an Aspergillose erkrankt, müssen verschiedene ungünstige Faktoren zusammentreffen. Aspergillose wird deshalb als Faktorenkrankheit bezeichnet. Solche krankmachenden Faktoren können sein:

  • eine Krankheit des Tieres und damit verbunden ein geschwächtes Immunsystem
  • eine Krankheit des Tieres, die mit Antibiotika behandelt wurde (Antibiotika steigern das Wachstum der Pilze)
  • Stresssituationen, die den Vogel zusätzlich schwächen (z.B. Tod des Partnervogel, gravierende Haltungsveränderungen, Übernahme in die Handaufzucht...)
  • unzureichende Haltungsbedingungen wie: schlechte Ernährung, Vitaminmangel (hier: vor allem Vitamin A- Mangel), trockene Luft.

Unter diesen Bedingungen können sich die Schimmelpilze bevorzugt im Atmungssystem der Vögel ansiedeln.

  • Die Folge davon ist eine Beeinträchtigung der Atemwege. Dies wird beispielsweise deutlich durch Atmen mit offenem Schnabel und Atemgeräusche.
  • Ausgelöst durch die Abfallstoffe, die die Schimmelpilze ausscheiden, kann es zu einer Schädigung des Immunsystems oder zu Leber- und Nierenerkrankungen kommen.
  • Auch das Zentrale Nervensystem kann durch diese Abfallstoffe geschädigt werden.
  • Ist die Krankheit bereits fortgeschritten, kann es zu Abmagerung, Appetitverlust bis hin zum Tod durch inneres Ersticken kommen.*

Nachdem eine gesicherte Diagnose vorliegt (Röntgenbild, Blutbild o.ä.) wird eine schulmedizinische Behandlung eingeleitet. Die Pilzmittel wirken entweder Pilz abtötend (fungizid, z.B. Sempera Liquid oder Lamisil) oder sie hemmen das Wachstum der Pilze (fungistatisch, z.B. Imaverol). Laut Papageien 4/2005 haben Innbrucker Wissenschaftler einen erfolgsversprechenden Ansatz in der Aspergillose-Behandlung ermittelt. Für das Wachstum sind die Schimmelpilze auf Eisen als Spurenelement angewiesen. Den Forschern gelang es nun die Pilze “genetisch derart zu blockieren, dass der Pilz nicht mehr in der Lage war, das essentielle Eisen aufzunehmen, und abstarb“ (Bräuer, Berit: Aspergillose – Ansätze für eine neue Therapie, Papageien 4/2005, S.126f). Der Pilz konnte folglich seine pathogene Wirkung nicht mehr entfalten. Diese Erkenntnisse können u.U. in Zukunft eine ursächliche Therapie der Aspergillose ermöglichen.

Literatur

* Grundlage meiner Ausführung zum Thema Aspergillose war der Artikel von:
Marcellus Bürkle: Gefährliche Krankheiten bei Papageien. In: WP-Magazin 1/2002. S. 6-12.